Mops-Affäre ein Fall für das Landgericht
Bild: Kirchner/dpa
Das Landgericht Münster wird sich voraussichtlich mit der Affäre um Mops-Hündin „Edda“ beschäftigen müssen, erklärt der Rechtsanwalt der jetzigen Hundebesitzerin Michaela Jordan (Bild). Er will die Zivilklage gegen die Stadt durch eine Amtshaftungsklage gegen den Mitarbeiter erweitern.
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Wie der Rechtsanwalt am Montag auf „AT“-Anfrage erklärte, arbeite er derzeit an einer Erweiterung der Zivilklage. Die Klage gegen die Stadt Ahlen werde in Absprache mit seiner Mandantin gemäß Paragraf 839 Strafprozessordnung (Amtshaftung) um die Klage gegen den Mitarbeiter erweitert, der Mops Edda gepfändet und auf dem Internet-Kleinanzeigenportal zum Kauf angeboten hat. Von dem dann zuständigen Landgericht sei zu prüfen, ob die Stadt und der Mitarbeiter als Gesamtschuldner zu behandeln seien. Außerdem werde zu klären sein, ob die Pfändung rechtens, der Hund werthaltig und gesund gewesen sei. „Das war er nicht, der Mitarbeiter hat wissentlich ein krankes Tier verkauft“, ist der Rechtsanwalt aus Kaarst überzeugt. „Das Gericht soll dies umfassend aufklären.“

Rechtsanwalt zerpflückt „Gutachten“ der Stadt

Mit der Klageerweiterung werde er auf die noch ausstehende Klageerwiderung durch die Stadt beziehungsweise deren Rechtsvertreter reagieren, erklärte Kalla. Die Frist dafür sei vom Amtsgericht auf Antrag der Stadt verlängert worden, berichtete er. „Man tut sich offensichtlich schwer damit, die Klageerwiderung zu verfassen“, sagte der Advokat. Für ihn ein deutliches Zeichen, dass die Stadt Ahlen seiner Klageschrift nichts Wesentliches entgegenzusetzen habe. Intensiv beschäftige er sich derzeit auch mit dem „Gutachten“, das Bürgermeister Dr. Alexander Berger am 25. März im Finanz- und Personalausschuss vorgelegt hatte. Damit hatte er die Pfändung von Mops Edda und den Verkauf als rechtlich zulässig verteidigt. Der Rechtsanwalt betonte, dass lediglich eine „juristische Prüfung“ gewesen sei. „Ich bin gerade dabei, dieses ‚Gutachten‘ zu zerpflücken“, sagte Kalla.

Die darin enthaltene Aussage etwa, die frühere Mops-Besitzerin habe gegenüber der Stadt den Kaufpreis mit 2400 Euro angeben, treffe nicht zu. Die Ahlenerin sei bereit, dies eidesstattlich zu versichern. Außerdem liege der Kaufvertrag über 1200 Euro vor.

Der Rechtsanwalt kündigte eine Erweiterung der Zivilklage bezüglich der Kosten für den Hund an, die sich – bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 15 Jahren – auf an die 15 000 Euro belaufen würden. Auch aufgrund der Höhe des Streitwerts werde dann das Landgericht Münster zuständig sein.

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