Mops: Innenministerium schaltet sich ein
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Mops Edda ist weiterhin Gesprächsthema
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Die gepfändete und über Ebay verkaufte Mops-Dame aus hätte nach Einschätzung des NRW-Innenministeriums öffentlich versteigert werden müssen. „Gepfändete Sachen sind auf schriftliche Anordnung der kommunalen Vollstreckungsbehörde öffentlich zu versteigern“, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstag in Düsseldorf. Wer ein gepfändetes Tier auf einem privaten Ebay-Account anbiete, erfülle diese Voraussetzungen nicht. Dem Ministerium selbst liegen aber keine eigenen Erkenntnisse darüber vor, wie der Verkauf konkret ablief, das habe man nicht geprüft, ergänzte die Sprecherin.   

Mops Edda ist nun weltweit in Schlagzeilen

Ungeahnte Ausmaße nimmt auch das Medienecho auf die Pfändung von Mops Edda aus einer Ahlener Familie und den anschließenden Verkauf über eine Ebay-Kleinanzeige durch die Stadt Ahlen an. Selbst in den USA und Großbritannien sorgt die Geschichte für Schlagzeilen. Regionale und überregionale Tageszeitungen wie Süddeutsche Zeitung und Welt sowie Magazine wie Stern und Spiegel erzählen in ihren Online-Portalen die Geschichte der jetzt eineinhalbjährigen Hündin. Auch in bundesweit ausgestrahlten Fernsehsendungen wird der Fall geschildert, und am Donnerstag erreichten die Nachrichten aus dem westfälischen Ahlen auch Großbritannien (BBC News und Guardian) und die USA. Dort berichten die New York Times und US Today. In den meisten Berichten berufen sich die Medien auf die Recherchen von „Ahlener Tageblatt/Die Glocke“.

Weitere Operation am Auge bei Edda notwendig

„Der Glocke“ hatte die Käuferin des Hundes, eine Polizeibeamtin aus dem Rheinland, exklusiv vom Erwerb des Tieres von der Stadt über die Kleinanzeige geschildert. Kurze Zeit nach der Übernahme der Hündin hatte sie festgestellt, dass das Tier massive Augenschäden hat. Mehrfach musste Mops Edda operiert werden. Eine weitere OP am Auge sei für Mitte März terminiert, sagte Michael Jordan am Freitag dem „AT“.

Die Hundebesitzerin fordert von der Stadt Ahlen die Erstattung des Kaufpreises und der mittlerweile mehr als 1800 Euro Arzt- und Medikamentenkosten seit dem Abholen des Vierbeiners am 7. Dezember. Sie begründet diesen Anspruch mit den nach ihren Aussagen falschen Angaben zum Gesundheitszustand Eddas in der Anzeige. „Mein Rechtsanwalt hat Strafanzeige wegen Betrugsverdachts gegen die Stadt Ahlen gestellt“, erklärte sie. „Die Klage ist am Donnerstag rausgegangen.“

Viele Leser wollen Ahlener Familie helfen

Groß ist aber auch das Echo derer, die der Ahlener Familie, aus der der Mops im November gepfändet wurde, Mut und Trost zusprechen wollen. Viele Leser äußern sich empört über das Vorgehen der Stadt und wollen helfen. Aus Großbritannien hat sich beispielsweise eine Unternehmerin gemeldet, die Michaela Jordan Mops Edda abkaufen und der Ahlener Familie quasi als Leihgabe überlassen will – dann könne die Stadt ihn nicht wieder pfänden.

Die Rückkehr des Mopses nach Ahlen ist jedoch kein Thema für die neue Besitzerin. „Der Hund bleibt bei mir“, stellt Michaela Jordan fest. Und – auch dies hatte das „AT“ berichtet – sie habe „den Segen der Ahlener Familie, ihn zu behalten“.

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