Motto passt: „Gemeinsam stark“
Christian Wolff
Angelika Watteroth malt Motive aus Teltow, Dirk Pagels stellt dazu die passenden Fotografien: Mit der Ausstellung „Gemeinsam stark“, die sie derzeit im Heimatmuseum vorbereiten, wird das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Ahlen und Teltow eingeläutet – zunächst nur digital, vielleicht auch bald in Präsenzform.
Christian Wolff

Angelika Watteroth und Dirk Pagels waren schon fast auf dem Weg nach Ahlen, als ihnen der Schnee dazwischenkam. Jetzt, wo die weiße Pracht getaut ist, stand der Fahrt von Teltow nach Ahlen nichts mehr im Weg. Die beiden Künstler aus der Partnerstadt bereiten derzeit im Heimatmuseum ihre Ausstellung „Gemeinsam stark“ vor.

Ein spannungsgeladener Brückenschlag zwischen Malerei und Fotografie wird zu sehen sein. „Wir hatten eigentlich eine Präsenzeröffnung zum Start ins 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft geplant“, erzählt Christoph Wessels, Fachbereichsleiter für Schule, Kultur und Weiterbildung gegenüber unserer Zeitung. „Die aktuellen Bestimmungen lassen das zwar nicht zu, aber wir wollten das Projekt nicht gänzlich absagen.“ Und so eröffnet die Schau in Kürze zunächst digital – flankiert von einem „Making of“ und mehreren Interviews. Die Zugänge über die städtische Internetseite und die des Heimatmuseums werden bekanntgegeben, sobald alles „im Kasten“ ist. „Wir hoffen natürlich, dass es trotzdem in den nächsten Wochen noch machbar sein wird, einige Gäste vor Ort begrüßen zu können“, so Wessels, der gemeinsam mit Gaby Moser-Olthoff (Kulturbüro) und Christa Schwab (Verein für Städtepartnerschaft) die Vorbereitungen begleitet.

Der Titel „Gemeinsam stark“ bekommt durch die Coronakrise eine zusätzliche Bedeutung. Sollte er zunächst die engen Bande zwischen Ahlen und Teltow und deren vielschichtigen Beziehungen versinnbildlichen, legt er die Betonung jetzt auch darauf, dass beide Städte angesichts der Pandemie von denselben Problemen betroffen sind, aber dennoch durch alternative Wege – wie durch die Kunst – in gegenseitiger Verbindung bleiben.

Die beiden Künstler vereint die Motivwahl. Während die gebürtige Berlinerin Angelika Watteroth, Jahrgang 1947, die Reize Teltows mit Farbe und Pinsel festhält, ist der 1971 geborene Dirk Pagels an denselben Schauplätzen mit der Linse unterwegs. Er wandte sich erst 2014 der Fotografie zu und lernte autodidaktisch sein Handwerk. Seitdem ist die Kamera sein ständiger Begleiter, und er hält damit die Momente des Augenblicks fest. „Mit der Kamera erfasse ich Menschen und das faszinierende, verrückte, normale Leben“, verrät der Künstler. Pagels zeigt nicht nur die Nähe zu seiner Heimatstadt Teltow, sondern auch Impressionen aus der ganzen Welt. Angelika Watteroth wurde im Jahr 2000 vorzeitig pensioniert und beschritt damit ihren Weg in die Malerei. „Viele Kurse und Studienreisen brachten mich Schritt für Schritt voran. Mir kam zu Gute, dass die Grundlagen des malerischen Gestaltens dieselben sind wie die der Werbegrafik“, berichtet sie.

Seit 1991 ist Ahlen Partnerstadt Teltows. Teltow ist mit rund 27 000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark und liegt im sogenannten „Speckgürtel“ Berlins am südwestlichen Stadtrand der Bundeshauptstadt. In den 30 Jahren Partnerschaft entwickelte sich zwischen beiden Städten ein reger Austausch, insbesondere auf künstlerischem Gebiet. 1993 begann die Tradition, dass Künstlerinnen und Künstler aus Ahlen im Drei-Jahres-Rhythmus in Teltow ausstellen. So auch im Oktober 2020, als in der Ausstellung „Miteinander“ insgesamt zwölf Ahlener Künstlerinnen und Künstler ihre Werke in Teltow präsentierten (wir berichteten). In diesem Rahmen wurden zwischen beiden Städten und beiden Partnerschaftsvereine auch die Weichen für die neue Schau gestellt.

von Christian Wolff

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