Mundschutz aus der Kostüm-Manufaktur
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Innerhalb von 48 Stunden stellten Judith Siwon und ihr Team aus der Kostüm-Manufaktur Schwienhorst-Meier 200 Mundschutze für das Ahlener Unternehmen Sani-Trans her.
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In normalen Zeiten kommen Prinzenornate oder Tanzkluften unter die Nähnadel der Kostüm-Manufaktur Schwienhorst-Meier. Doch da im Moment fast nichts mehr so läuft, wie es die Menschen gewohnt sind, hat auch der Traditionsbetrieb an der Kampstraße kurzerhand umgesattelt.

„Mundschutz wird jetzt überall gebraucht“, weiß Judith Siwon. „In den Geschäften sind solche Artikel permanent ausverkauft.“ Doch gerade in der Pflege oder bei Krankentransporten werde immer öfter vor Engpässen gewarnt, die letztlich die schwächsten Glieder in der Infektionskette treffen können. „Da geht es um alte, kranke Patienten.“ Helfen sei daher angesagt. Und Judith Siwon hat die Fachkenntnis dazu. „Von Sani-Trans gab es ein großes Lob für die Unterstützung.“

Die Stadt Essen hat inzwischen eine Nähanleitung für einfache Atemschutzmasken veröffentlicht, die freiwillige Helfer wie die Ahlenerin allzu gerne nutzen. Bei Schwienhorst-Meier entstanden auf diese Weise innerhalb von 48 Stunden 200 selbstgenähte Atemschutzmasken für das Ahlener Unternehmen Sanitrans. Und auch weitere Interessenten stehen dort jetzt Schlange.

Den Kontakt hergestellt hat Bianca Bettmann, die in Ahlens kleinstem Ortsteil Tönnishäuschen seit einigen Jahren Bettys Nähstübchen betreibt. „Ich habe diese Schutzmasken erst für den privaten Bereich genäht“, sagt Bettmann. „Aus 100 Prozent Baumwolle.“ Meist seien Reststücke von längst abgearbeiteten Aufträgen noch groß genug gewesen, um in neuer Form wieder unter der Maschine hervorzukommen. Das spricht sich herum. „Jetzt wurde ich beauftragt, 50 Exemplare für eine Arztpraxis zu machen“, so Bettmann. „Im Moment nähe ich für das Christophorushaus in Ennigerloh, danach für einen Kinderarzt und die Firma ,Himed‘ in Hoetmar.“ In diesen Zeiten sei ihr alles willkommen. Verkauft wird das Selbstgenähte meist zum Selbstkostenpreis, aber auch schon mal „für Schoki, wenn‘s für Kinder ist“, freut sich die junge Mutter. „Ich kann natürlich nicht alles verschenken, denn auch ich muss ja den Kindergarten weiterhin bezahlen. Aber was geht, mache ich möglich.“

von Christian Wolff

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