NGL-Mitarbeiter warten auf Gehälter
Bild: Jotzeit

Auf mehrere Monatsgehälter warten etliche noch aktive oder bereits gekündigte Mitarbeiter der Network Global Logistics GmbH (NGL).

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Drei NGL-Beschäftigte haben jetzt ihrem Ärger Luft gemacht und gegen die Geschäftsführung massive Vorwürfe erhoben. „Was die mit Menschen machen, ist unverantwortlich“, sagt Dirk Westerhoff, der als Logistikleiter am Produktions- und Logistikcenter an der Guissener Straße tätig war. Ihm selbst sei am 13. August fristlos gekündigt worden, so der 48-Jährige. Dagegen habe er sofort Widerspruch eingelegt. Zuvor habe er bereits am 20. Juli eine Abmahnung erhalten. Auslöser dafür sei unter anderem gewesen, dass er sich für seine Mannschaft an der Guissener Straße eingesetzt habe.

Seine Mitarbeiter hätten ihn damals gebeten, deren Sorgen, Ängste und Nöte der Geschäftsleitung vorzutragen, so Westerhoff. „Angesichts ausstehender Gehaltszahlungen und einer schlechten Informationspolitik war die Stimmung am Boden und die Schmerzgrenze der Kollegen war ausgereizt“, stellt er fest. Daraufhin sei er aktiv geworden und habe sich an die Geschäftsleitung gewandt. Doch für seinen Einsatz habe er prompt eine Abmahnung von NGL-Geschäftsführer Friedrich Gerdtoberens erhalten. Für den Wiederholungsfall sei ihm schon da mit der Kündigung des Anstellungsvertrags gedroht worden.

„Im Betrieb herrscht Druck und Angst“, fasst Westerhoff die aktuelle Situation zusammen. So etwas habe er in seiner gut 25-jährigen Berufstätigkeit noch nicht erlebt. Kritik übt die Führungskraft auch am vorläufigen Insolvenzverwalter. Ihm wirft er vor, sich nicht genügend um die berechtigten Interessen der Mitarbeiter zu kümmern. Zudem gebe es eine Art Auswahlverfahren. „Exklusive Positionen, die den Service aufrechterhalten müssen, bekommen Geld, andere nicht“, wettert er.

Von ihrer Not berichten auch die beiden anderen NGL-Mitarbeiter in der „AT“-Runde (Namen sind der Redaktion bekannt). „Monatelang kein Geld zu bekommen, ist schon hart“, sagt die Angestellte, der Ende Mai gekündigt worden war. Das bestätigt ihr Kollege, der offiziell zum Monatsende gehen muss. „Ich warte noch immer auf den Rest meines Juni-Gehalts.“

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