Nach Flucht endlich ein Dach überm Kopf
Bild: Lange
Über die Notunterkunft für Flüchtlinge informierten in der St.-Elisabeth-Kirche in Ahlen (v. l.) René Kloppenburg, Projektmanager des Arbeiter-Samariter-Bundes, Thomas Gerullis, Leiter der Notunterkunft und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller.
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Neugierde über die Menschen in der Notunterkunft sowie deren Alltag und vereinzelt auch Sorgen über die neue Situation, auf die sich Bevölkerung und Stadt mehr oder minder aus heiterem Himmel einstellen mussten, schwangen bei der Bürgerversammlung mit. Der Wunsch, den Flüchtlingen zu helfen, und die Anteilnahme an deren Schicksal war dem Großteil der Redebeiträge gemein.

Bürgermeister Benedikt Ruhmöller blickte zurück auf die vergangenen Tage, als die Stadt und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) quasi über Nacht die Turnhalle und Werkräume der Bodelschwinghschule in eine Notunterkunft verwandeln mussten. „Die Verwaltung hat gezeigt, was sie drauf hat“, sagte das Stadtoberhaupt anerkennend und lobte den ASB, Betreiber der Notunterkunft und der noch aufzubauenden Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE), die Bundeswehr, die Feuerwehr, das Krankenhauses und all die Ehrenamtlichen, die den Flüchtlingen eine gute Aufnahme bereitet hätten.

ASB-Geschäftsführer Dirk Winter sprach von einer „hervorragenden Einführung“ in der Wersestadt. „Nach monatelanger Flucht haben die Menschen in Ahlen endlich ein Dach über den Kopf gefunden“, sagte er. Die Flüchtlinge würden bei ihrer Ankunft untersucht, geröntgt und registriert. Theoretisch sei in der Notunterkunft ein maximaler Aufenthalt von zehn bis 20 Tagen vorgesehen, bevor eine Verteilung auf andere Unterkünfte in NRW erfolge.

Ruhmöller ergänzte, dass sich die Verweildauer wegen der unklaren Anzahl von Flüchtlingen, die weiter nach Deutschland kämen, auch verlängern könne. Drei Monate seien das Limit, fügte ASB-Projektmanager René Kloppenburg hinzu. Dies sei abhängig von den Registrierprozessen. Die meisten Flüchtlinge, die Kloppenburg im Verlauf der Versammlung konsequent als Gäste bezeichnete, könnten sich ausweisen. Ein besonderes optisches Merkmal trügen sie nicht, antwortete der ASB-Projektmanager auf die Frage eines Bürgers, der wissen wolle, „mit wem man es zu tun“ habe. „So etwas ist nichts, was man sich selbst wünscht, wenn man in ein fremdes Land kommt“, sagte Kloppenburg.

Mehr im „AT“ vom 21. August.

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