Nervensäge des Monats ist die Wespe
Bild: Kessing

Mehr Wespen-Einsätze als im Vorjahr verzeichnet Schädlingsbekämpfer Ralf Groß-Heitfeld.

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Der Schädlingsbekämpfer ersteht etwas von Wespen. „Man sagt, alle sechs bis sieben Jahre gibt es ein außerordentliches Wespenjahr“, berichtet der 39-Jährige. Während seiner Tätigkeit bei der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Borken musste der Diplom-Ingenieur für Landespflege häufig Bürger zum Thema Insekten beraten. 2004 hat sich der Drensteinfurter, der inzwischen beim Landesbetrieb Straßen.NRW beschäftigt ist, im Nebenerwerb als Experte für Hummeln, Bienen und Hornissen selbstständig gemacht. Sein Einsatzgebiet sind die Kreise Warendorf und Coesfeld. Auch in Ahlen sei er in diesem Sommer mehrfach aktiv gewesen.

Gerade im April, als die Wespenköniginnen aus der Winterstarre erwachten, habe sommerliches, trockenes Wetter dafür gesorgt, dass der Nestbau erfolgreich und zügig erfolgte. Entsprechend früh schlüpften die ersten Arbeiterinnen aus ihren Kokons. Die Folgen der für die Tiere idealen Witterung: deutlich mehr Wespenvölker, die durch die frühe Entwicklung schneller ihre maximale Populationsdichte von 2000 bis 3000 Tieren erreichten.

Nester unter der Erde

Wespe ist nicht gleich Wespe, es gebe acht verschiedene Arten, berichtet Groß-Heitfeld. Zu den häufigsten Wespenarten Mitteleuropas gehören die Deutsche und die Gemeine Wespe. Oft legen sie ihre Nester unterirdisch in Mäuse- oder Maulwurfbauten an, die mit zunehmender Nestgröße erweitert werden. Aber auch Dachböden, Rollladenkästen oder andere dunkle Hohlräume an und in Gebäuden werden zum Nestbau genutzt.

Während die in Deutschland besonders geschützte Hornisse meistens umgesiedelt wird und nur im Ausnahmefall bekämpft werden darf, gilt das für die Gemeine und Deutsche Wespe im Regelfall nicht. Dort, wo die Tiere zu sehr stören oder durch ihre Tätigkeiten Schäden verursachen, arbeitet der im Schutzanzug steckende Wespenjäger dann mit einem speziellen Stäubegerät.

Bekämpfung kostet 70 bis 120 Euro

Damit wird ein pulverförmiges Insektizid in die Einflugöffnungen der Wespen gesprüht. Die vom Beuteflug heimkehrenden Arbeiterinnen tragen daraufhin das Pulver aktiv ins Nest, wo dann in kürzester Zeit sowohl die Königin als auch der Rest des Wespenvolkes sein Ende findet.

Eine normale Bekämpfungsaktion, so Groß-Heitfeld, koste 70 Euro. Bei Umsiedlungen werden je nach Aufwand zwischen 70 und 120 Euro fällig. Wer das Geld sparen will, muss sich gedulden: Bis Ende Oktober verschwinden die Wespen von selbst. Die Arbeiterinnen und die alte Königin sterben, die jungen Wespenköniginnen suchen sich einen Ruheplatz für den Winter.

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