Neue Dynamik der Ansteckung
Peter Harke
Heinrich Sinder und Ludger Althoff hoffen, die Kita Villa Regine am Dienstag wieder in Betrieb nehmen zu können. Am Freitag ist zunächst das mobile Testteam vor Ort.
Peter Harke

Wie die britische Mutation des Coronavirus in die Kita Villa Regine gekommen ist? Für Heinrich Sinder, Geschäftsführer des Caritas-Verbandes Ahlen, eine Frage, die wohl unbeantwortet bleibe. Fakt aber sei: „Die Einrichtung hat sehr schnell reagiert und mit den Eltern offen kommuniziert". Exemplarisch mache die Kita jetzt deutlich, welche Dynamik die Virusvariante in der Ausbreitung mit ihren habe. An diesem Freitag wird das mobile Testteam 76 Abstriche in der Kindertagesstätte am Westkamp nehmen, die seit dem 8. Februar geschlossen ist und am kommenden Dienstag wieder ihren Betrieb aufnehmen will.

Einrichtungsleiter Ludger Althoff hebt am Donnerstagnachmittag in einer Videokonferenz die Besonderheit der Villa Regine hervor. Von 5 bis 21 Uhr geöffnet, sei sie Anlaufstelle für Mitarbeitende aus systemrelevanten Berufen – vom Rettungsdienst bis hin zum Krankenhauspersonal. Viele im Schichtdienst und Vor-Ort-Einsatz, der mehr Kontakte erfordere als das Homeoffice. „Die ganze Phase der Pandemie haben wir nicht einen Tag ausgesetzt. Bis Februar hatten wir nicht einen Fall von Corona. Jetzt kommt es auf einmal ganz kräftig.“ Ohne, dass ausufernde Partys gefeiert oder bei Veranstaltungen über die Stränge geschlagen worden sei. Mitarbeitende wie auch Eltern seien sich ihrer großen Verantwortung bewusst. Was Elternratsvorsitzende Melanie Schoon bestätigt.

Ludger Althoff spricht von „bis zu 20 Kindern“, die nachweislich betroffen seien. Und von fünf Mitarbeitenden. Darunter ein Kollege, der sich – vollständig symptomfrei – sicherheitshalber habe testen lassen. Mit positivem Ergebnis. Unterdessen seien viele der infizierten Kinder „richtig krank“.

Der Hausleiter nennt den 8. Februar. Den Freitag vor dem Wintereinbruch, an dem eine Mitarbeiterin einen Schnelltest positiv durchlaufen habe. Daraufhin sei die Einrichtung unverzüglich geschlossen worden. Zu diesem Zeitpunkt hätten 40 der 55 Kinder das Betreuungsangebot genutzt. Eine Zahl, die den hohen Betreuungsanteil wie in keiner zweiten Einrichtung zeige.

Kreissprecherin Kerstin Butz konkretisiert auf Redaktionsanfrage den Freitagstest: „Alle symptomfreien Kontaktpersonen der Kategorie I der Infizierten, die mit diesem Ausbruch in Verbindung stehen, werden in der Kita getestet. Geplant sind 76 Abstriche, die Termine sind zeitlich gestaffelt vergeben worden.“ Am kommenden Montag würden planmäßig zwölf Fälle aus diesem Ausbruch getestet, die am Ende der Isolation stünden und symptomfrei seien, da bei Virusmutanten eine Testung zur Beendigung der Isolierung erforderlich sei, so Butz.

von Ulrich Gösmann

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