Neustart im Schulgebäude
Peter Schniederjürgen
Mit vereinten Kräften geht’s zügig voran: Michael Vorderbrüggen und Berni Recker freuen sich über den Fortschritt beim Ausräumen des Altstandorts im ehemaligen „Hansahof“, der vor dem Abriss steht.
Peter Schniederjürgen

Können Gebäude erleichtert aufatmen? Wenn ja, dann war das am Montag in der Bodelschwinghschule unüberhörbar. Denn die wird das neue Domizil des Schülerhilfevereins „Keiner geht verloren“ (KGV).

„Die Tage des alten Standortes an der Hansastraße 2 sind gezählt. Das Gebäude wird abgerissen“, sagt Geschäftsführer Berni Recker. Dafür hat die Stadt nun die Schulleitungs- und Verwaltungsräume der ehemaligen Hauptschule im Norden der Stadt zur Verfügung gestellt.

Helle und großzügige Räume, ebenerdig mit der Möglichkeit, auch mal nach draußen zu gehen – das bietet das neue Quartier. Wäre nur noch der Umzug zu bewältigen. Jeder, der schon mal seinen Wohnsitz gewechselt hat, weiß, was dabei los ist. Der KGV macht da keine Ausnahme. Silvia Adam-Recker ist nicht nur die didaktische Leitung des Vereins, sondern auch dessen Seele, hat seit Wochen Kleinkram per Pkw hin- und hergefahren. Sie hat zahllose Kisten gepackt und nach den Nummern der Räume, für die der Inhalt bestimmt ist, sortiert. Wochen, die keinen Acht-Stunden-Tag erlaubten.

Am Montag schließlich war es soweit. „Wir unterstützen diese wichtige Arbeit schon lange und helfen jetzt gerne“, freut sich Michael Vorderbrüggen, Direktor der Volksbank. Mit deren finanzieller Hilfe sowie materieller wie technischer Unterstützung von der Fachfirma Anton Neuhaus wurden die verbliebenen großen Stücke aus den oberen Etagen des zum Abriss bestimmten Hauses verladen. Dazu hatten die Umzugsprofis die nötige Hardware, eine Art Möbellift, mitgebracht. „Wir haben gegen 8 Uhr in der Frühe angefangen und waren um 11 Uhr fertig“,, lobt Berni Recker die Profis und seine zahlreichen freiwilligen Helfer. Die haben sich zum Teil Urlaub genommen, um an der Aktion teilnehmen zu können.

Doch die Organisation der gebündelten Kräfte war noch ein anderes Kapitel. Schnell und effektiv leitete Silvia Adam-Recker den ankommenden Lkw ans Schulgebäude. „Wir haben hier tolle Räume, aber die sollen auch optimal genutzt werden“, sagt sie. Also dirigiert sie mit sicherer Hand die Helfer, die sich mit Möbeln und Kisten abschleppen. Bereits im Gebäude sind die Computer, die nun des Anschlusses harren.

Spätestens nach den Ferien kann der Betrieb wieder losgehen. „Für uns sehr gut, wir sitzen hier nahe am Geschehen“, freut sich Adam-Recker und dankt allen Helfern. Dann beginnt für den Verein ein ganz neues Kapitel in seiner bisher zwölfjährigen Geschichte. So beherbergt das alte Schulgebäude auch wieder Schüler. Das ist schon einen erleichterten Seufzer wert.

von Peter Schniederjürgen

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