„Nightfever“: besinnlich und farbenfroh
Die illuminierte St.-Marien-Kirche in Ahlen lockte am Freitagabend mehr als 800 Besucher zum Verweilen und Innehalten.

Martina Jotzeit, die die organisatorischen Fäden in Händen hielt, und das Katecheten-Team waren mehr als zufrieden: Waren bei der Premiere im Jahre 2012 600 Besucher in die Marienkirche gekommen, so fanden am Freitag mehr als 800 Gläubige und Neugierige den Weg in das ansprechend ausgeleuchtete Gotteshaus. „Es war ein ständiges Kommen und Gehen“, sagt sie. Selbst, als die Geschäfte gegen 22 Uhr geschlossen hatten, seien noch viele Verkäuferinnen in die Kirche gekommen, um nach der langen Arbeit etwas Ruhe zu finden.

Auf den Stufen zum Altar der Ahlener St.-Marien-Kirche stellten die Besucher die Teelichter ab.
Nach dem vorgeschalteten Konzert des Göttinger Knabenchores (Lokalseite 2) erläuterten Martina Jotzeit und Birgit Linnemann zu Beginn der Aktion den Besuchern den Hintergrund der außergewöhnlichen Mediationsnacht, die auf eine Idee des Weltjugendtages 2005 in Köln zurückgeht: „Die Menschen sind eingeladen, in die Kirche zu gehen, ein Teelicht vor dem Allerheiligsten anzuzünden, zu verweilen und zu meditieren.“ Zudem konnte jeder Besucher seine eigenen Fürbitten formulieren oder aus einem Korb einen Bibelspruch ziehen. Die Fürbitten werden dem Karmel-Kloster „Waldfrieden“ in der Eifel übergeben, damit die dort lebenden Ordensfrauen die Anliegen der Ahlener vor Gott tragen mögen. Das Kloster Waldfrieden ist ein theresianischer Karmel – ein sogenannter kontemplativer Orden –, in dem die erste Aufgabe darin besteht, zu beten.

Während des vierstündigen „Nightfever“-Abends wurden auch Gespräche mit den Ahlener Geistlichen angeboten und nachgefragt. Beichten konnten abgelegt werden. Im vertrauensvollen Gespräch mit den Seelsorgern bestand die Möglichkeit, sich Rat zu holen und Orientierung nicht nur für den Glauben zu finden. Zwischen der Aussetzung des Allerheiligsten und dem Segen herrschte eine von Licht, Texten und meditativer Musik getragene angenehme Atmosphäre, die auch durch das ständige Kommen und Gehen vieler Kirchenbesucher nicht gestört wurde. Denn auch das war unübersehbar: Wer das Gotteshaus betrat, verhielt sich angemessen ruhig und rücksichtsvoll. So

Birgit Linnemann und Martina Jotzeit (v. l.) erläuterten den Hintergrund der außergewöhnlichen Meditationsnacht.
herrschte den ganzen Abend über eine dem Thema angemessene Stille und besinnliche Atmosphäre.

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