Nord-West-Humor feiert Narrenmesse
Bilder: Otto
Pfarrer Reinhard Kleinewiese und das Kinderprinzenpaar sprachen die Fürbitten.
Bilder: Otto

Und dazu neben den Humoristen von Nord-West-Humor noch ein Pfarrer, dem das jecke Feiern nicht fremd ist. „Ich war einige Jahre im Rheinland tätig und habe viel Karneval gefeiert. Aber so etwas habe ich da nicht erlebt!“ Pfarrer Reinhard Kleinewiese hatte gleich zu Beginn der Gottesdienstes die Narren auf seiner Seite – zumal er sich auch noch eines leicht rheinländischen Akzentes bediente.

Und auch sonst hatte der Geistliche eine lockere und begeisternde Art, die jecken Menschen in seinen Bann zu ziehen. Bei der Segnung der neuen, von Vizepräsident Georg Dückinghaus gesponsorten Nord-West-Standarte stellte er lapidar fest: „Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne segne – doch das Wichtigste sind die Menschen.“ Sprach’s und huschte geweihtes Wasser verteilend durch die Gänge: „Na, seid ihr jetzt alle nass?“

Die Humoristen von Nord-West-Humor haben es verstanden, dem Gottesdienst einen wahrlich närrisches Rahmen zu geben.

Die Humoristen von Nord-West-Humor haben es verstanden, dem Gottesdienst einen wahrlich närrischen Rahmen zu geben. Nicht genug damit, dass sie den Tote-Hosen-Erfolg „An Tagen wie diesen“ jeckengerecht und hintergründig zugleich umgetextet zum Besten gaben. Sie brillierten auch mit der Geschichte eines eingebildeten Narren, für den klar ist, dass er ohnehin in den Himmel kommt und Gott unverblümt fragt: „Hat Dein Junge immer noch diese Tricks mit dem Wasser, den Fischen und den Briten drauf?“ Wie wird es wohl im Himmel eines Tages sein? Und das nicht nur für ihn.

Die Predigt durfte Rudolf Pollex in seiner unnachahmlichen Weise halten. Er setzte sich kritisch mit dem Frohsinn und mangelnden Humor im Leben auseinander: „Wer hat eigentlich verordnet, dass von Aschermittwoch bis zum 11.11. die Fröhlichkeit einzustellen ist?“ Verordnete Fröhlichkeit höre sich zwar pessimistisch an, aber: „Mir tun diese Pessimisten leid.“ Im täglichen Leben, in Politik und Wirtschaft werde den Menschen täglich viel zugemutet, so dass es an der Zeit sei, gegenzusteuern. Zum Beispiel sollten Humor und Fröhlichkeit sowie das Lachen über sich selbst (und nicht über andere) an erster Stelle stehen. In Ahlen brauche man sich in Sachen Frohsinn jedoch keine Sorgen machen, denn der Nachwuchs stehe bereit.

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