Normale Gemeindearbeit, kein Remmidemmi
Bild: Jotzeit
An der Beckumer Straße will die syrisch-orthodoxe Kirchengemeinde St. Georg ein Kirchengebäude und einen Gemeindesaal errichten.
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Mehrere Anwohner haben deshalb am Mittwoch, 11. Juni, ab 19 Uhr zu einer Versammlung in den Gemeindesaal der Paul-Gerhardt-Kirche eingeladen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

„Ich habe absolutes Verständnis dafür, dass sich die Anwohner informieren wollen“, sagte dazu gestern auf „AT“-Nachfrage der Kirchenvorstandsvorsitzende der St.-Georg-Gemeinde, Jeshu Jakob, auch wenn er selbst dazu von den Initiatoren bislang nicht eingeladen worden sei. An den geäußerten Befürchtungen sei nichts dran. „Wir wollen die Gebäude für die ganz normale Gemeindearbeit nutzen“, unterstrich Jakob ausdrücklich. Eine gewerbliche Nutzung sei nicht geplant. „Ich wollte auch nicht vor meiner Haustür ständig laute Discomusik und Remmidemmi haben“, machte er deutlich.

Gleichzeitig bat Jakob um Verständnis dafür, dass sich seine Gemeinde, zu der rund 1000 syrisch-orthodoxe Christen in Ahlen gehörten, neue Räumlichkeiten wünsche. Zumal der bisherige Standort an der Zeppelinstraße wegen der Baufälligkeit der dortigen Gebäude bereits seit drei Jahren nicht mehr wie gewohnt genutzt werden könne.

„Wir sind gesetzestreu und vernünftig“, sagte er. Halt eine ganz normale Kirchengemeinde, die seit 1986 noch nie ordnungsrechtlich aufgefallen sei. Daher verstehe er auch die Schwarzmalerei von einigen Leuten nicht. „Wir sind alle Ahlener Bürger und fühlen uns wohl hier“, führte Jakob weiter aus. Die meisten Aramäer lebten schon seit Jahrzehnten in der Stadt oder seien hier geboren.

„Was wir hier planen, ist zudem nicht neu“, rief Jakob in Erinnerung. Die Verwaltung und die Parteien seien stets in die Planung mit einbezogen worden. Außerdem sei bislang noch nichts passiert. Es lägen zwar eine Nutzungsbeschreibung und erste Entwürfe vor, doch die müssten diskutiert werden. Darüber hinaus versprach er, dass die Gebäude anspruchsvoll in Absprache mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt errichtet würden.

 „Wir sind gesprächsbereit“, zeigte sich Jakob offen. Die syrisch-orthodoxe Gemeinde wolle keine Konfrontation. Dazu gehöre auch, ein offenes Wort mit den Anwohnern zu führen. „Wir stellen uns gerne allen Fragen“, versicherte Jakob.

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