Pähler-Paul befürchtet „Art von Greenwashing“

Auch mehr als eine Woche, nachdem die Stadtverwaltung den Verkauf der Osthalde in einem Pressetermin öffentlich machte, haben sich die politischen Wogen, die daraus folgten, noch nicht geglättet. Im Stadtplanungs- und Bauausschuss entwickelte sich am Dienstag eine teilweise hochemotionale Diskussion.

Zunächst brachte Barbara Buschkamp (CDU) ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck, dass diese Maßnahme politisch überhaupt keine Rolle gespielt hat. „Ich habe einmal ein ganzes Wochenende in der Lohnhalle verbracht, als es darum ging, Nutzungen für die Osthalde zu entwickeln. Und jetzt wird die Politik völlig außen vor gelassen.“ Ebenso hart ging Petra Pähler-Paul mit der Verwaltung ins Gericht. „Wenn ich das so höre, habe ich das Gefühl, die Stadt will das Ding gar nicht an der Backe haben.“ Das ökologische Konzept der Heimaterbe GmbH habe sie nicht überzeugt. „Das, was die Bürger erwarten, sehe ich nicht. Warum kauft jemand so ein Gelände?“ Moutainbike-Fahren und Haldenkreuzwege vertragen sich nach Ansicht der Grünen-Chefin nicht mit dem propagierten Gedanken. „Da hätte der neue Eigentümer auch einen Wald in Brandenburg kaufen können.“ Sie erinnere sich noch allzu gut „an die ökologischen Seifenblasen eines Herrn Haastert“ und hege daher die Befürchtung: „Das, was hier stattfinden soll, ist eine Art von Greenwashing.“ Der Begriff bezeichnet den Versuch, sich durch Geldspenden für ökologische Projekte oder PR-Maßnahmen als besonders umweltbewusst und umweltfreundlich darzustellen.

An dieser Stelle platzte Martin Hegselmann (CDU) der Kragen: „Hören Sie endlich mal mit Ihren Unterstellungen auf. Was Sie hier in den Raum stellen, ist unerträglich“, sagte er mit Blick auf die Grünen-Vertreterin, die konterte, dass schon einmal ein Vorkaufsrecht „verschlafen“ worden sei – bei Haus Holtermann. Stadtplaner Markus Gantefort bekräftigte, dass von Heimaterbe-Seiten eine große Offenheit zu erleben sei. „Es ist schade, wenn das alles derart in Frage gestellt wird.“

Thomas Kozler (SPD) und Heinrich Artmann (FWG) beklagten, dass sie den Verkauf eines derart wichtigen Stücks der Ahlener Bergbaugeschichte aus der Zeitung erfahren mussten. Rolf Leismann (BMA) kritisierte zwar ebenfalls die späte Information, sprang der Verwaltung aber in der Sache bei: „Sie hat sich absolut rechtskonform verhalten.“

von Christian Wolff

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