Platanen-Wurzeln sind ein Alptraum
Bilder: Jotzeit
Resi Osthues und Maria Grabenschröer (v. l.) befürchten weitere Schäden durch die Platanen.
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„Zwei Tage vor Weihnachten ist im Jahr 2013 der komplette Keller vollgelaufen“, berichtet Resi Osthues. Der Schaden sei zwar von der Versicherung der Stadt übernommen worden. Doch den ganzen Ärger hätten sie und ihre Schwester gehabt. „Das war ein echter Alptraum“, erinnert sich Maria Grabenschröer.

Umso ärgerlicher sei das Ganze, weil das Problem mit den Wurzeln der Platanen schon seit mehr als 20 Jahren bestünde, ergänzen die beiden Schwestern. Aus diesem Grund hätten sie sich auch an die Verwaltung gewendet und um eine Entfernung gebeten.

Am Dienstag war das Thema ein Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen. Dabei empfahlen die Ausschussmitglieder dem Stadt- und Planungsausschuss zunächst keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen, allerdings die Situation mit geeigneten Überwachungsmaßnahmen (Kamerabefahrung) im Auge zu behalten. Nur Harald Krämer (SPD) stimmte dagegen. Er plädierte dafür, Fakten zu schaffen.

„Im Moment sehe ich keinen Handlungsbedarf“, argumentierte Bernd Döding, Leiter der Umweltbetriebe. Die bereits durchgeführte Sanierung des Kanals mit dem sogenannten Inliner-System (dabei wird ein Schlauch eingezogen und ausgehärtet, um neuen Wurzeleinwuchs zu verhindern soll) sei erfolgversprechend. Nur wenn sich die Maßnahme nicht langfristig bewähre, müsse über eine Beseitigung der Bäume nachgedacht werden.

„Prophylaktisch Bäume fällen, geht nicht“, räumte Erhard Richard (CDU) ein. Er plädierte aber dafür, die Lage an der Rottmannstraße 31 weiter zu beobachten und notfalls zu handeln mit Blick auf mögliche weitere Kosten.

Dieter Bröer (Grüne) wies daraufhin, dass Platanen aufgrund ihrer starken Verwurzelung einfach die falschen Bäume seien. Das räumte Döding durchaus ein. Doch in den 1970er-Jahren sei das noch nicht bekannt gewesen. Heute beschäftige sich die ganze Fachwelt mit dem Problem.

„Politik und Verwaltung nehmen unsere Sorgen nicht ernst“

„Die Politik und Verwaltung nehmen unsere Sorgen nicht ernst.“ Resi Osthues und Maria Grabenschröer fühlen sich alleingelassen. „Die Wurzeln wachsen doch unaufhörlich weiter“, sagt Resi Osthues. Zum Beweis hebt sie am Mittwoch in ihrem Elternhaus die Platte des Revisionsschachts an. Dort haben sich bereits wieder etliche Wurzeln um das Rohr gewickelt. „Wir entfernen die schon alle vier Wochen“, sagt sie. Aber das könne doch kein Dauerzustand sein.

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Immer wieder dringen Wurzeln der Platanen in den Hauskanal an der Rottmannstraße in Ahlen ein.