Politik erlebbar machen
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Werben für die Teilnahme am Projekt „Beteiligungskultur für Jugendliche in Ahlen“: Silvia Adam-Recker, Tom Abendrot und Arthur Drescher.
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„Beteiligungskultur für Jugendliche in Ahlen“ heißt das neue, von der Uni Bielefeld begleitete Projekt des Vereins „Keiner geht verloren“ (KGV). „Wir stellen ein großes Desinteresse der Jugendlichen an den kommunalen Entscheidungen und Abläufen fest“, erklärte die didaktische Leiterin Sylvia Adam-Recker.

Ihrer Erfahrung nach fühlen sich die jungen Menschen von „der Politik“ gar nicht wahrgenommen. „Hier wollen wir ansetzen und über drei Schritte mit der Zielgruppe, Kinder und Jugendliche ab der fünften Klasse, kommunale Entscheidungsprozesse nachvollziehen.“

Das Vorhaben gliedert sich in mehrere Stufen. Im ersten Schritt werden die Kids nach ihren Wünschen befragt. „Wir machen das online, erreichbar für alle Jugendlichen ab der Sekundarstufe eins“, erklärt Silvia Adam-Recker die das Projekt leitet. Alle weiterführenden Schulen werden angesprochen. Ziel ist es, die Schülersprecher, aber auch Lehrer und Schulleitungen zu motivieren, das Projekt bekannt zu machen und im günstigsten Fall in den Unterricht zu integrieren. Abgefragt wird neben persönlichen Angaben wie Alter und Geschlecht, wie ihnen der Stadtteil, in dem sie wohnen, gefällt. Auch können sie schon Verbesserungswünsche und -vorschläge nennen. Die Fragen werden bewusst einfach gestellt, um allen die Möglichkeit zu geben, sich daran zu beteiligen. Die Ergebnisse der Umfrage werden von der Universität wissenschaftlich ausgewertet und aufbereitet.

Im nächsten Schritt wird ein eigenverantwortliches Gremium der Jugendlichen gebildet. Dabei soll das Auswahlverfahren transparent und nachvollziehbar gestaltet sein. Es wird eine Gewichtung der Punkte als Arbeitsgrundlage erstellt.

Im dritten Schritt sollen dann diese Wünsche und Vorstellungen mit Experten diskutiert und auf Umsetzbarkeit geprüft werden. Doch werden die Experten nur beraten, die Entscheidung, diese geprüften Wünsche zu Anträgen an die Verwaltung und den Rat zu machen, bleibt bei den jungen Leuten. „Damit soll die politische Arbeit erfahren und Demokratie unmittelbar erlebt werden“, so Silvia Adam-Recker.

Im letzten Schritt folgt der Weg durch Verwaltung und Politik – was im günstigsten Falle mit der Umsetzung der Vorhaben endet. „Damit wird die Arbeit der politischen Gremien für die Beteiligten und deren Umfeld klar und auch verständlich. Das Gefühl der Macht- und Bedeutungslosigkeit wird so nachhaltig gegen politisches Interesse und dem Wunsch nach Beteiligung verdrängt“, prophezeit Silvia Adam-Recker.

Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld statt. Es wird aus Mitteln des Aktions-, Initiativ- und Jugendfonds sowie durch die Partnerschaft für Demokratie „Demokratie leben“ gefördert. Das ist eine Kooperation der Stadt Ahlen, der Awo Ruhr-Lippe-Ems und des Bürgerzentrums Schuhfabrik.

Die Teilnahme am Projekt ist möglich unter dem Link:

von Peter Schniederjürgen

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