RWA-Prozess: Einzahlungen sorgen für Argwohn
Bild: Wegener
Der Angeklagte Baris Günes trägt weiterhin wenig bis gar nichts zur Klärung des Sachverhalts bei.
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Die computergesteuerte Aufsicht der Bank hatte Alarm geschlagen, weil das Konto der Ehefrau des Angeklagten immer wieder hohe Bareinzahlungen zwischen 3000 und 10.000 Euro aufgewiesen hatte. In Bankerkreisen deutet dies auf die Gefahr der Geldwäsche hin – und da will kein seriöses Geldinstitut mitspielen.

„Ich habe daraufhin die Kontoinhaberin aufgefordert, Kontakt mit mir aufzunehmen“, sagte der Bankangestellte, doch gemeldet habe sich bei ihm deren Ehemann Baris Günes. „Er sei in der Sportpromotion tätig, und da sei es üblich, mit hohen Barbeträgen zu agieren, hat er mir gesagt.“

Günes muss Konto auflösen

Der Banker blieb hart und forderte Günes auf, so etwas nicht über das Konto der Ehefrau abzuwickeln, sondern ein eigenes Konto zu eröffnen. Anderenfalls müsse er das Konto auflösen. Günes habe das Konto anschließend selbst aufgelöst.

Zuvor hatte das Gericht die Frage zu klären versucht, ob und wie viel eigenes Geld Günes möglicherweise für den Verein aufgewendet haben, und ob es sich dabei um Schwarzgeld gehandelt haben könnte. Hier war der frühere Spieler und spätere Trainerassistent Daniel Thioune als Zeuge gefragt. Doch der ließ keine Fehldeutungen zu: Er habe von Günes überhaupt kein Geld bekommen.

Der Co-Trainer ist Praktikant

Als Co-Trainer habe er bei RW Ahlen nach seiner Verletzung als Praktikant umsonst gearbeitet. Zwar habe ihm Heinz-Jürgen Gosda damals zugesagt, er werde weiter Geld bekommen. „Von 500 Euro pro Punkt war die Rede.“ 6000 Euro hätten ihm zugestanden, aber schriftlich habe er nichts darüber gehabt, und Gosda sei aufgrund seiner Krankheit oder warum auch immer für ihn nicht verfügbar gewesen.

„Und als Herr Mönig in der Tür stand, wusste ich, dass ich Probleme haben würde“, ergänzte der damalige Co-Trainer. Weitergemacht habe er, weil er das Praktikum für seinen Trainerschein gebraucht habe.

Da gab es für Daniel Thioune wohl noch Hoffnung, später mal als Rot-Weiß-Trainer anzuheuern, „und dafür verzichtet man schon mal auf Geld“, erklärte der 37-Jährige.

Thioune war eins von mehreren Opfern

„Günes war für mich das Sprachrohr des Vereins.“ Das hatte Thioune ebenfalls betont. Aber warum er, Thioune, angeblich auf sein Geld verzichtet habe, wollte Günes’ Verteidiger wissen. „Sind Sie ein bisschen sportaffin? Dann wissen Sie vielleicht, dass man schon mal auf Geld verzichtet, um später etwas Besseres zu bekommen. Ich bin seit anderthalb Jahren zuhause und weiß, wie schwer es ist, einen Job zu bekommen“, entgegnete Thioune. Damit hatte auch der Verteidiger alles verstanden.

Hof-Münsterland-Chef sagt aus 

Bernd Overmann vom Hof Münsterland konnte in seiner Zeugenaussage nichts von Zahlungen des Angeklagten an seine Firma berichten. „Ich kannte Herrn Günes überhaupt nicht persönlich“, sagte der gelernte Fleischer, der die Geschäftsbeziehungen zu Rot Weiß Ahlen so beschrieb: „Jeder hatte von jedem etwas zu bekommen, und das wurde dann aufgerechnet.“

Da Overmann als Sponsor verpflichtet war, habe man dem Insolvenzverwalter auch noch 50.000 Euro überweisen müssen, „weil wir in der Pflicht standen.“ Der Prozess geht am Donnerstag, 19. Juli, in die sechste Runde.

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