Räuberische Erpressung: Gefängnisstrafen
Zu Gefänignisstrafen sind zwei  Männer am Montag vom Schöffengericht in Ahlen verurteilt worden.

Da die beiden Übeltäter bereits unter Bewähungsvorbehalt standen, müssen sie für zwei Jahre und drei Monate und für zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Unter dem Vorwand, den Schüler bestrafen zu wollen, weil er angeblich einen Hausmeister beleidigt haben sollte, hatten die beiden Männer den 16-Jährigen Mitte Juli dieses Jahres am Stockpiper angesprochen, als er dort einen Freund zum Fußballspielen abholen wollte. Er solle sein Handy hergeben, hatten sie gefordert. Doch der Jugendliche hatte das verweigert und war mit einigen Kameraden zum Sportpark Nord gefahren, wo man zunächst eine halbe Stunde kickte.

Männer drohten ihrem OPfer Schläge an

Dann jedoch waren die beiden Angeklagten wieder auf der Bildfläche erschienen. Einer von den Beiden hatte einen anderen Jugendlichen aufgefordert, sein Handy herauszugeben. Der konnte das aber verhindern, indem er behauptete, es nicht dabei zu haben. Daraufhin, so die einhelligen Aussagen der jugendlichen Zeugen im Prozess am Montagvormittag, hätten die beiden den 16-Jährigen gezwungen, hinter ein Gebüsch zu kommen, sonst gebe es Schläge. Der völlig eingeschüchterte Junge folgte ihnen und musste dann sein Handy abgeben.

Freunde verständigten die Polizei

„Ich stand da ganz allein gegen die beiden“, beteuerte er im Verfahren seine Angst vor schlimmen Konsequenzen, sollte er nicht folgen. Außerdem durchsuchten beide Angeklagte auch noch seine Sporttasche, in der sie aber nichts Passendes fanden. Anschließend hätten sie gedroht, sie würden ihn totschlagen, sollte er die Polizei benachrichtigen. Nachdem beide verschwunden waren, verständigten die Freunde des erpressten Jungen gegen dessen Willen die Polizei. Aus Angst habe dieser sofort den Sportplatz verlassen und sei nach Hause gefahren, so die Zeugen.

Verteidiger plädierten auf Freispruch

Völliges Unverständnis äußerte der Richter gegenüber den Verteidigern. Diese konnten in dem Vorfall nichts strafrechtlich Relevantes sehen und forderten für beide Angeklagte Freispruch. Allein die Tatsache, dass beide das Handy anschließend vor einem polizeilichen Zugriff bei einem Dritten deponiert und die SIM-Karte sowie alle Daten gelöscht hatten, spreche dafür, dass das Telefon später zu Geld gemacht werden sollte, so der Vorsitzende Richter. Einen Freispruch bekam allerdings einer der beiden Angeklagten für einen ebenfalls angeklagten schweren Diebstahl, für den es keine Beweise gab.

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