Rathaus Ahlen: Rat stimmt für Sanierung
Sanierung oder Umzug? Im Stadtrat ist am Donnerstagabend die Entscheidung in namentlicher Abstimmung zugunsten einer Sanierung des Verwaltungsgegbäudes gefallen.

In namentlicher Abstimmung votierten 32 Ratsmitglieder von SPD, CDU, Bürgerlicher Mitte (BMA) und Freien Wählern (FWG) gegen den Verwaltungsvorschlag. 13 Ratsmitglieder von Grünen, FDP, Linken und fünf CDU-Vertreter (Ralf Kiowsky, Carl Holtermann, Rita Pöppinghaus-Voss, Martin Hegselmann und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller) stimmten für den Umzug zur Bismarckstraße. Dem SPD-Antrag (Überprüfung einer Sanierung) stimmten anschließend 34 Ratsmitglieder zu, sechs stimmten mit Nein und fünf enthielten sich.

Mit Spannung wurde vor allem das Abstimmungsverhalten der CDU erwartet und die Begründung von Ralf Kiowsky, warum seine Fraktion mehrheitlich gegen den Umzug sei. Bei ihrer Entscheidung stütze sich die Union auf ein Mitgliedervotum der Basis, begründete der Fraktionschef das Votum. Eine Sanierung bedeute ein unkalkulierbares Risiko, das dem Rat noch einiges an Haushaltsdiziplin abverlangen werde, kündigte Kiowsky Konsequenzen für die Finanzpolitik an, damit die Kosten für eine Sanierung nicht aus dem Ruder liefen. Die CDU biete allen Fraktionen bei dieser schweren Aufgabe die Zusammenarbeit, denn Politik sei ein Mannschaftsspiel.

FDP, Linke und Grüne warben für die Umzugslösung, weil sie die risikoärmste und wirtschaftlichste Variante sei. Die emotionale Diskussion sei nicht zielführend gewesen, kritisierte Gabriela Wilinski-Röhr. Die Sanierung des Rathauses sollte, der ersten Schritt sein, den drohenden Verfall der Stadt aufzuhalten und keine weitere Brache zu schaffen, forderte Matthias Bußmann (BMA) dazu auf, statt immer neuer Gutachten eine Vision für Ahlen im Jahr 2030 zu entwickeln.

SPD-Fraktionschef Norbert Bing überraschte in seiner Rede mit den Baukosten für das Arbeitsamt, die vor 20 Jahren 22 Millionen Mark betragen hätten. Und heute solle die Stadt diese Immobilie für knapp 17 Millionen Euro kaufen. „Das ist wahrlich ein Sechser im Lotto, die Frage ist nur für wen“, so Bing, der zudem die Befürchtung äußerte, dass es bei einem Umzug zu einem Verkehrsinfarkt im Bereich der Arbeitsagentur kommen würde. Der SPD-Politiker fordert dazu, die bei der Überprüfung der Sanierung angebotene Hilfe von Prof. Parade anzunehmen. Und er stellte klar: Es sei weder nostalgisch noch emotional, wenn man Rathaus und Stadthalle vor dem Abriss retten wolle. Eine solche Entscheidung dürfe nicht nur unter monetären Gesichtspunkten getroffen werden.

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