Rathaus-Diskussion versachlichen
Thomas Kozler, Andrea Jaunich, Sebastian Richter und Karl-Heinz Meiwes wollen mit dem von ihnen erarbeiteten Faktencheck die öffentliche Meinung für einen Neubau von Rathaus und Stadthalle gewinnen.

Den Ahlener Sozialdemokraten stinkt‘s gewaltig. „In der Rathaus-Diskussion wird mit Unwahrheiten und Verschwörungstheorien gearbeitet“, klagt Karl-Heinz Meiwes. Die Verdächtigungen beschädigten aber nicht nur den Bürgermeister, sondern richteten sich gegen den gesamten Rat.

Eine kleine Arbeitsgruppe der Partei hat sich daraufhin zusammengesetzt und einen Faktencheck erarbeitet. „Den wollen wir möglichst breit an die Haushalte verteilen“, kündigt Thomas Kozler an, der neben Meiwes in seiner Fraktion als Rathausfachmann gilt.

„Die Unkenntnis bei den Bürgern ist wirklich groß“, meint Karl-Heinz Meiwes in vielen Gesprächen festgestellt zu haben. Um so wichtiger sei es, mit Fakten dagegenzuhalten. Die Broschüre ist als Ergänzung für die Plakate gedacht, mit denen die SPD schon im Stadtbild vertreten ist und die sich für einen Neubau von Rathaus und Stadthalle aussprechen.

„Die Plakate haben nur die Funktion, die Menschen auf die Abstimmung am 8. März hinzuweisen", erklärt Andrea Jaunich. Die stellvertretende SPD-Stadtverbandsvorsitzende erhofft sich von der Aufklärungskampagne, dass sie auch junge Leute erreicht. Die zeigten ihrer Beobachtung nach bislang wenig Interesse an der gesamten Diskussion.

Natürlich, so Karl-Heinz Meiwes, nähmen die Rathausfreunde mit dem Bürgerentscheid ein demokratisches Recht wahr. Aber er vermisse in der öffentlichen Debatte die gebotene Aufrichtigkeit. Da werde der Bürgermeister als Lügner dargestellt, wenn er nur den Versuch unternehme, die Gewerbetreibenden über Ersatzparkplätze zu informieren.

„Niemand hat ein Interesse, dass die Innenstadt ausblutet“, unterstreichen Meiwes und Kozler. Auch die SPD nicht. Zugleich habe man Verständnis für die Sorgen der Kaufleute. Sicherlich sei in der Kommunikation mit ihnen im Vorfeld nicht alles ganz glücklich gelaufen. Aber einen mit großer Mehrheit gefassten Ratsbeschluss als sachlich falsch hinzustellen, sei nicht gerechtfertigt.

Immerhin habe sich die SPD-Fraktion intensiv mit der Thematik und den Gutachten beschäftigt und sei nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, dass ein Neubau von Rathaus und Stadthalle die bessere und wirtschaftlichere Lösung sei.

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