Rathaus bald an der Bismarckstraße?
Bild: Detlef Peter Jotzeit
Wenn alles klappt und passt, könnte der Gebäudekomplex der Agentur für Arbeit an der Bismarckstraße 10 zukünftig als Rathaus genutzt werden.
Bild: Detlef Peter Jotzeit

Hinter den Kulissen laufen seit längerem Gespräche zwischen Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der fusionierten Arbeitsagentur Ahlen-Münster, und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller. Am Montag wurden offiziell die Fraktionsvorsitzenden informiert, am Dienstag die Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte Fahnemann mit einem Anruf Ende des vergangenen Jahres beim Ahlener Verwaltungschef. Konkreter Anlass waren die nicht unerheblichen Leerstände (rund 30 Prozent) in dem Gebäudekomplex der Agentur mit einer Gesamtfläche von rund 11.500 Quadratmetern.

Organisatorische Veränderungen hätten dazu geführt, neue Ideen für die weitere Nutzung des Gebäudes zu entwickeln, erklärte er. Ausschlaggebend gewesen sei, dass zum 1. Januar 2012 das Jobcenter in die alleinige kommunale Zuständigkeit übergegangen und ins ehemalige Gesundheitsamt an der Raiffeisenstraße 11 umgezogen sei. Die Fusion der Agenturen Münster und Ahlen zum 1. Oktober 2012 habe hingegen keine entscheidende Rolle gespielt.

„Dienstleistungen unter einem Dach“

„Das ist eine verlockende Option im Vergleich mit den anderen Varianten“, stellte der städtische Baudezernent Andreas Mentz fest. Sollte es zum Kauf des Agentur-Gebäudes kommen, sei allein bei den Bewirtschaftungskosten mit Einsparungen im sechsstelligen Bereich zu rechnen, rechnete er vor. Für die drei bisherigen Verwaltungsstandorte (Rathaus, Baudezernat an der Südstraße und Gebäude am Kirchplatz) beliefen sich diese Kosten auf knapp eine Million Euro. Bei der neuen Variante bezifferte Mentz das Einsparungspotenzial auf mindestens 400 000 Euro. Als weiteren Vorteil nannte er die deutliche Verbesserung der Servicequalität. „Wir hätten dann alle Dienstleistungen unter einem Dach.“

Zunächst müsste aber verwaltungsintern eine Arbeitsgruppe unter Einbindung aller Fachbereiche gegründet werden, so Mentz. Er rechne damit, dass bis zu den Herbstferien eine belastbare Entscheidungsgrundlage herbeigeführt werden könne – nicht zuletzt mit Blick auf die Etatberatungen 2014.

„Bis dahin warten wir ab“, zeigte sich Fahnemann mit der Zeitvorgabe einverstanden. „Danach brauchen wir irgendein politisches Signal“, sagte er. Ansonsten werde die Agentur unter anderem über eine Vermietung der Räume nachdenken.

Fahnemann: „Standort Ahlen bleibt erhalten“

Ein klares Bekenntnis zum Standort Ahlen hat Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der fusionierten Arbeitsagentur Ahlen-Münster, am Dienstag abgegeben. „Wir bleiben nahe am Kunden“, unterstrich er ausdrücklich.

Allerdings sei es nicht mehr notwendig, ein eigenes Gebäude zu unterhalten. „Wir sind eine dynamische Organisation“, sagte er. Und da sei eine andere Flexibilität gefragt, beispielsweise bei der Anpassung von Flächen, wenn sich der Bedarf ändere. Die Agentur favorisiere aus diesem Grund Mietobjekte. Dabei sei es unerheblich, ob es sich um Bestandsobjekte handele oder um Neubauten durch Investoren. Wichtig sei, dass das mögliche Gebäude zentral in Bahnhofsnähe gelegen sei. Acht bis zehn Standorte kämen eventuell in Frage, so Fahnemann. Konkreter wurde er nicht.

„Wenn wir eine gute Lösung finden, ist der Verkauf des jetzigen Gebäudes grundsätzlich vorstellbar“, sagte er. Einen Preis für ließ er sich trotz Nachfrage aber nicht entlocken. Bis zu einer mögliche Realisierung nannte er eine Zeitschiene von drei Jahren. „2016 wäre eine umsetzbare Option“, so Fahnemann.

„Die Agentur für Arbeit ist in Ahlen goldrichtig untergebracht,“ stellte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller fest und dankte Fahnemann für das klare Bekenntnis zum Standort. „Die Sanierung des jetzigen Rathauses wäre ein gewaltige Herausforderung“, stellte er fest. Daher sei das Angebot der Agentur für Arbeit überdenkenswert.

Die Nutzung des Gebäudekomplexes an der Bismarckstraße als Rathaus sei durchaus realistisch. „Größenordnung und Struktur passen“, so Ruhmöller mit Hinweis auf die 250 Mitarbeiter an den bisherigen drei Standorten der Verwaltung. „Nach den Veränderungen arbeiten aktuell noch 120 Mitarbeiter hier“, sagte Fahnemann. In der Vergangenheit seien es aber bis zu 300 Kräfte gewesen. „Also Platz genug.“

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