Reaktivierte Bahn offiziell eingeweiht
Bilder: Detlef Peter Jotzeit
Offiziell eingeweiht ist die Bahnstrecke. Das Bild zeigt (v. l.) André Pieperjohanns, Henning Rehbaum, Annette Watermann-Krass, Hendrik Wüst, Dr. Alexander Berger, Willi Haver und Franz-Josef Buschkamp.
Bilder: Detlef Peter Jotzeit

Beeindruckt zeigte sich der Gast aus Düsseldorf von der raschen Umsetzung des Projekts, an dem sich sein Ministerium mit 685.000 Euro Fördergeldern beteiligt hat. Das klappe nicht bei allen Vorhaben so zügig wie in Ahlen, räumte er ein.

6000 Lkw-Fahrten eingespart

Mit dem Zuschuss sei es der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) möglich gewesen, die stillgelegte Bahnverbindung zu reaktivieren. „Das ist eine gute Nachricht für den Verkehrsminister“, stellte Wüst fest. Immerhin würden durch die neue Strecke rund 6000 Lkw-Fahrten im Jahr eingespart. Das entlaste nicht nur die Straßen, sondern sei auch gut für das Klima. Daher steht für ihn fest: „Deutschland muss wieder Bahnland werden.“ Das Projekt in Ahlen sei ein schönes Beispiel.

„Investoren mit ökologischer Verantwortung haben in Ahlen freie Fahrt, die Weichen sind gestellt und die Signalanlage steht auf Grün“, lobte Bürgermeister Dr. Alexander Berger in der Eisenbahnersprache die Umsetzung des Projekts. Ausdrücklich hob er dabei das besondere Engagement von Franz-Josef Buschkamp sowie vom Ahlener Unternehmer Willi Haver hervor.

Ein wegweisender Tag

Symbolisch fuhren mehrere Waggons auf der reaktivierten Industriebahn Ahlen auf das ALZ-Gelände.
„Es ist ein wegweisender Tag für unsere Stadt“, unterstrich Dr. Berger. Stehe das Vorhaben doch stellvertretend für eine Entwicklung, die den Wirtschaftsstandort Ahlen auszeichne. Ahlens innovative Unternehmen verstünden es in hervorragender Weise, sich Veränderungen anzupassen und neue Wege zu gehen. Dass diese Wege in diesem Fall durch ein Gleis beschritten würden, gebe der Einweihung eine besondere Note, sagte er. Mit der Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Schiene übernehme das Ahlener Logistik-Zentrum sowohl ökonomisch als auch ökologisch Verantwortung für die Stadt.

Ein Super-Projekt

André Pieperjohanns, WLE-Geschäftsführer, bezeichnete die Reaktivierung als Super-Projekt. Im Sommer 2018 seien erstmals Gespräche geführt worden, am 27. November 2018 sei der Förderbescheid gekommen. Und am 7. März 2019 sei der erste Zug gefahren. „Diese Schnelligkeit kennen wir so von der Eisenbahn eigentlich nicht“, merkte er an.

„Wir mussten viele dicke Bretter bohren“, hat Franz-Josef Buschkamp am Montag einen Blick zurück auf die Reaktivierung der Industriebahn Ahlen geworfen. Dank zahlreicher Kontakte sei es aber möglich gewesen, das Projekt schnell umzusetzen.

Die Bedeutung des Vorhabens für den Kreis Warendorf hob der stellvertretende Landrat Winfried Kaup (CDU) hervor. „Hier finden Ökologie und Ökonomie zueinander“, erklärte er. Das sei nicht hoch genug einzuschätzen.

„Haver ist am Zug“

„Mit der Entwicklung der ehemaligen Brache Blomberg-Werke haben wir viel Raum für zukunftsträchtige Ideen“, stellte ALZ-Geschäftsführer Willi Haver mit Hinweis auf die große Lagerfläche für Stahlhersteller fest. Neben der Reaktivierung der Industriebahn werde eine neue Zufahrt das ALZ-Gelände erschließen. Zudem werde eine weitere Halle gebaut. Sein Motto laute: „Haver ist am Zug.“

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