Regimentsauflösung dauert bis Ende 2014
Bilder: Westhues
Beim Antreten auf dem Exerzierplatz der Westfalenkaserne sind die Soldaten am Donnerstag über die geplante Auflösung des Sanitätsregiments 22 „Westfalen“ informiert worden.
Bilder: Westhues

„Heute ist ein denkwürdiger Tag“, sagte der Regimentskommandeur vor rund 180 Soldaten, die am Donnerstag auf dem Exerzierplatz angetreten waren. Nach mehr als 50 Jahren stehe die Geschichte des Sanitätsdienstes im Raum Hamm/Ahlen nunmehr vor dem Ende.

Über Einzelheiten der Auflösung sei er selbst erst am Mittwoch in Bonn vom Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ingo Patschke, informiert worden, sagte er. Nun wolle er es nicht versäumen, diese Nachrichten persönlich zu überbringen.

Keinen Hehl machte der Regimentskommandeur daraus, dass er es gerne gesehen hätte, wenn die Sanitäter langfristig in der Westfalenkaserne geblieben wären. „Doch leider sind wir nicht gefragt worden“, ergänzte er. Zudem stellte er fest: „Es gibt kein persönliches Versagen. Niemand habe sich etwas vorzuwerfen.“ Das Sanitätsregiment 22 habe Großes geschaffen und in den vergangenen Jahren viel geleistet. Er erinnerte an die Einbindung des Regiments beim Weltjugendtag, das Rettungszentrum bei der FIFA-Weltmeisterschaft, den Zapfenstreich beim Doppeljubiläum der Bundeswehr in Ahlen sowie an die Großübung im Mai 2011.

Ein kleiner Trost war für Oberfeldarzt Dr. Johannes Grohmann, dass der Bundeswehrstandort selbst in Ahlen erhalten bleibt. „Darüber bin ich froh“, sagte er. Keine Sorge bereitete ihm der Umstand, dass neben der Auflösung des Sanitätsregiments gleichzeitig der Aufbau des neuen Aufklärungsbataillons durchgeführt wird. Zwar müssten sich übergangsweise bis zu 1000 Soldaten die Kaserne teilen, so der Regimentskommandeur. Doch vor dem Hintergrund, dass die Kapazität der Kaserne für bis zu 2000 Soldaten ausreiche, sei das unproblematisch.

Seinen Soldaten sicherte er zu, alles zu tun, damit der Übergang möglichst so erfolge, dass keiner auf der Strecke bleibe. „Wir werden uns für jeden verwenden“, sagte er. Allerdings gestand er offen ein. „Eine direkte Zusicherung können wir nicht geben.“

(Ausführlicher Bericht in der Freitagsausgabe)

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