Rentner-Ehepaar wegen Betrugs verurteilt
In Ahlen hat das Schöffengericht ein Rentner-Ehepaar wegen Betrugs verurteilt.

Und dies in zwei Betrugsfällen und drei Fällen von Urkundenfälschung.

Außerdem müssen die 77 und 78 Jahre alten Eheleute als Gesamtschuldner Wertersatz in Höhe von 40.000 Euro leisten. Dieser Betrag entspricht genau der Summe der beiden Schecks, die das Ehepaar gefälscht haben soll.

Gericht folgt Auffassung der Staatsanwaltschaft

Im Strafmaß und der Urteilsbegründung folgte das Gericht der Auffassung der Staatsanwaltschaft. Anlass der Ermittlungen war die Anzeige von Nichten und Neffen einer vermögenden Ahlener Lehrerin, die am 5. Januar 2017 verstorben war.

Zwei Schecks und ein Schenkungsversprechen eingereicht

Am 4. und 5. Januar reichten die Angeklagten zwei Schecks mit den Ausstellungsdaten 27. Dezember 2016 und 3. Januar 2017 ein. Außerdem legten sie bei der Polizei einen Zettel mit einem Schenkungsversprechen der alten Frau über 60.000 Euro vor. Das sei der Lohn gewesen für nachbarschaftliche Hilfe über einen langen Zeitraum. Mehr als 20 Jahre lang, so die Verteidiger der Angeklagten, hätten ihre Mandanten der Lehrerin in Haus und Garten geholfen, während die Erben sich kaum um die Tante gekümmert hätten. Als die Seniorin ihr nahes Ende gespürt habe, habe sie die Schecks und die Schenkung aus Dankbarkeit ausgestellt.

Abweichungen bei Unterschrift

Die Abweichungen der Unterschriften auf diesen Dokumenten von denen früherer Schecks erklärten die Rechtsanwälte mit der Medikamenteneinnahme und der fortgeschrittenen Krankheit der Lehrerin, die zum Lesen zuletzt eine Lupe brauchte. Diese Argumente hatte eine Sachverständige des LKA im Laufe des Prozesses zurückgewiesen.

Mehr in der Ausgabe vom 21. Februar 2020

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