Rentner bestreitet Missbrauchsvorwürfe
Symbolbild: Peter Steffen/dpa

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes muss sich ein 70-jähriger Ahlener Rentner seit Donnerstag vor dem Schöffengericht in Ahlen verantworten.

Symbolbild: Peter Steffen/dpa

Zum Prozess kam es nach so langer Zeit, weil der mutmaßliche Missbrauch erst zu Beginn des Jahres 2018 angezeigt wurde. Der Beschuldigte weist alle Vorwürfe zurück.

Zweimal an der Enkelin vergangen

Laut Staatsanwaltschaft soll sich der damals 62 Jahre alte Ahlener Anfang März 2010 zweimal an der damals 13 Jahre alten Enkelin seiner Ehefrau vergangen haben. Er ist nicht der leibliche Großvater des Mädchens. Die beiden Taten sollen an einem Abend zunächst auf dem Sofa und dann im Ehebett des Angeklagten stattgefunden haben, während die Großmutter schlief. Am nächsten Morgen soll der Mann dem Mädchen unter Drohungen eingeschärft haben, nichts zu erzählen.

Vor Gericht schilderte der Angeklagte zunächst, dass sein Verhältnis zu dem jungen Mädchen zunächst gut gewesen sei. Sie sei das Lieblingsenkelkind seiner Frau gewesen und habe oft bei ihnen übernachtet. Einige Zeit nach dem angeblichen Übergriff sei sie sogar bei ihnen eingezogen, weil sie Probleme mit ihrer Mutter hatte. Später als Jugendliche sei sie ins Drogenmilieu abgeglitten. Eines Tages habe es Stress gegeben. Zusammen mit ihrem Freund sei das Mädchen zur Oma gekommen und habe diese bedroht. Er sei seiner Frau zu Hilfe geeilt, so der Angeklagte. Es gab ein Handgemenge. Die Polizei kam. Wenig später habe er dann eine SMS des Mädchens bekommen. Wie aus heiterem Himmel sei darin der Vorwurf aufgetaucht, er habe sie rund drei Jahre zuvor missbraucht. Die sexuellen Übergriffe habe es aber nie gegeben. Soweit die Aussage des Angeklagten.

Als die junge Frau Donnerstag weinend den Gerichtssaal betrat, um auszusagen, schloss das Gericht die Öffentlichkeit auf Antrag ihres Rechtsanwalts aus. Erst bei der Aussage ihrer Mutter war die Verhandlung wieder öffentlich. Die Mutter belastete den 70-Jährigen schwer. Über den Missbrauchsvorwurf habe ihre Tochter ihr seinerzeit nichts gesagt, obwohl etwas im Raum gestanden habe.

Mehr im „AT“ vom 31. August.

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