Roter Faden soll nicht abreißen
Bild: Lange
Für Renate Franke steht am Freitag, 30. Januar, nach mehr als 40 Jahren im Schuldienst, davon gut 15 Jahre als Leiterin der Don-Bosco-Grundschule in Ahlen, der letzte Arbeitstag an.
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Schon zur eigenen Schulzeit verfestigte sich bei Renate Franke der Wunsch, später Kinder zu unterrichten. „Ich lernte als Schülerin verschiedene Lehrertypen kennen“, erzählt sie. Einige hätten als Vorbild, andere wiederum als Beispiel gedient, wie man es später anders machen wollte.

Für ihr Referendariat wurde sie einer Grundschule – der Martinschule in Ahlen – zugewiesen. Nach einer Eingewöhnungszeit habe sie sich sehr wohl gefühlt. „So verfestigte sich die Leidenschaft zum Beruf“, sagt Renate Franke. An der Martinschule wirkte sie 25 Jahre als Klassenlehrerin.

An der Don-Bosco-Grundschule unterrichtete sie als Schulleiterin überwiegend Mathematik. Wegen Personalmangels übernahm sie die vergangenen zwei Jahre die Führung einer heutigen vierten Klasse. Dass sie nun zum Halbjahr ausscheidet, bedauert Renate Franke sehr. Gern hätte sie die Kinder bis zu deren Ende an der Don-Bosco-Grundschule begleitet. „Aus dienstrechtlichen Erwägungen war dies aber leider nicht möglich“, sagt sie.

In mehr als 40 Jahren im Schulwesen lag Renate Frankes Hauptbestreben darin, jedes Kind mit seinen eigenen Bedürfnissen zu erreichen. „Die individuelle Förderung hat sich mit der Zeit weiterentwickelt“, sagt sie. Der Umgang mit den Kindern bereite ihr große Freude. „Die Schüler sind wissbegierig, wollen lernen. Und die Aufgabe eines Lehrers besteht darin, sie auf diesem Weg zu begleiten.“ Den Lohn dieser Arbeit habe sie mehrfach geerntet: „Es gibt nichts Schöneres, als in lachende Kinderaugen zu blicken. Es hat in meinem Leben keinen Tag gegeben, an dem ich nicht gern hier hin gekommen bin.“

Ihrem letzten Arbeitstag blickt Renate Franke mit gemischten Gefühlen entgegen. Schüler, Eltern und Lehrer haben eine kleine Feier geplant. „Ich bin aufgeregt, weiß nicht, was auf mich zukommt“, sagt die Schulleiterin. Sie wolle sich in einem „schönen, würdigen Rahmen“ von ihren Wegbegleitern verabschieden. Ihren Wunsch für die Zeit nach ihrem Wirken an der Don-Bosco-Schule formuliert Renate Franke klar: „Der rote Faden soll sich hier so weiter durchziehen, wie wir ihn gesponnen haben.“

Mehr im „AT“ vom 29. Januar!

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