Sarrazin: Gastgeber und Gegner zufrieden
Bild: Voss-Loermann
Autogrammstunde in der Stadthalle: Gut geschützt von Sicherheitskräften signierte Thilo Sarrazin am Dienstagabend sein Buch „Deutschland schafft sich ab“.
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 „Wir stehen zu der Veranstaltung“, sagte Block gestern. „Wir finden es wichtig, so einen Mann wie Thilo Sarrazin einzuladen, ihn persönlich kennenzulernen und Erklärungen zu bekommen.“ Der Autor habe einleuchtend erläutert, wie er zu den Thesen seines Buchs „Deutschland schafft sich ab“ gekommen sei. Dies helfe, die Inhalte einzuordnen. Alle Gäste, mit denen sie gesprochen habe, hätten sich positiv über Sarrazins Auftritt geäußert. Von den Protesten draußen habe sie in der Halle nichts mitbekommen.

Zöller vermisst Vertreter der Parteien

Die Besucher des Sarrazin-Vortrags habe die Demonstration nur in geringem Maße erreicht, räumte Mitorganisator Dietmar Zöller ein. Dennoch fiel sein Urteil positiv aus. „Es war eine informative und bewusstseinsbildende Veranstaltung“, sagte er. Die hohe Zahl an Demonstranten mit Migrationshintergrund sei zu begrüßen, zumal die Protestkultur in dieser Bevölkerungsgruppe kaum verankert sei. Zugleich sei schade, dass relativ wenige Deutschstämmige demonstriert hätten. Vor allem Vertreter der Parteien habe er vermisst. „Es ist offenbar schwer, gegen jemanden zu protestieren, der aus der Mitte der Gesellschaft kommt“, sagte er. Zudem habe er gehört, dass einige Ahlener aus Angst vor Übergriffen Rechtsradikaler nicht gekommen seien.

Als bedauerliche Reaktion auf Provokationen von Neonazis wertete Zöller den Zwischenfall, bei, dem etwa 50 Demonstranten einige Rechtsradikale verfolgten. „Es sind halt Jugendliche“, warb er um Verständnis für die aufgeheizte Stimmung.

Mehr Stimmen und einen Kommentar zum Auftritt Thilo Sarrazins finden Sie in der Ausgabe des „Ahlener Tageblatts“ vom 1. Dezember. 

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