Schiffe liegen auf dem Trockenen
Peter Schniederjürgen
Rangieren mit Schiffen im Winterlager, das steht zurzeit für die Dolberger Werft auf dem Tagesprogramm. Gerhardt und Sebastian Bicker (v.l.) suchen Platz für die Boote.
Peter Schniederjürgen

Einen Auftragseinbruch durch die Corona-Krise hat Gerhardt Bicker, Inhaber der renommierten Dolberger Bootswerft, nicht zu beklagen. Ihn sorgt derzeit etwas ganz anderes: „Wir wissen gar nicht so recht wohin mit den Schiffen.“ Denn an der Uentroper Straße stapeln sich buchstäblich die Jachten. Sie warten nach den erledigten Winterlagerarbeiten auf die Auslieferung in ihre Heimathäfen.

„Die sind zum allergrößten Teil noch geschlossen und werden das auch wohl noch eine Weile so bleiben“, sinniert der Bootsbauer. Viele Eigner geben ihre Schiffe nach der Saison, meist Ende September bis in den Oktober, ins Winterlager. Gern genutzt wird dabei der Service der Dolberger Bootswerft. Hier werden die Rümpfe vom Unterwasserbewuchs gereinigt und neue Schutzfarbe aufgebracht. Auch Um- und Einbauten werden in dieser Zeit realisiert und das gern vom qualifizierten Werftpersonal. Bicker-Jachten haben an Deck viel Holz. Dessen fachkundige Behandlung ist mit einigem Aufwand und Geschick verbunden. „Dazu hat nicht jeder Eigner Zeit und Lust, darum übernehmen wir das nicht selten“, erklärt Juniorchef Sebastian Bicker.

Nun ist es so, dass die Boote schon recht lange in der Halle und auf dem Außengelände stehen. Sie erwarten ihre Wasserung an zahllosen Binnenseen und von der Nord- und Ostsee bis zum Mittelmeer. „Wir haben Boote nach Norditalien zu bringen, fragt sich nur wie“, überlegt Gerhardt Bicker. Denn bei geschlossen Grenzen stellt sich das eben doch nicht so einfach dar, wie es in der Vergangenheit lief. Nicht möglich ist zurzeit auch der Einsatz der Außendienstteams der Werft. „Wir fahren auch zu unseren Kunden und erledigen Ar­beiten vor Ort“, führt Bicker Junior aus. Doch die meisten Hotels seien dicht, „und wir wissen nicht, wo unsere Kollegen übernachten können“, schildert der Bootsbauer die Situation.

von Peter Schniederjürgen

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