Schmähkritik ist Diskussionsstoff
Bild: dpa/Henning Kaiser
Jan Böhmermanns umstrittenes Gedicht über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat auch in Ahlen unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen.
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Das „Ahlener Tageblatt“ hat sich unter Menschen mit ausländischen – vornehmlich türkischen – Wurzeln umgehört, was sie von dem Gedicht halten.

Der Geschäftsmann möchte seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen. Der Mann, der seit vier Jahrzehnten in Deutschland lebt, befürchtet Probleme, wenn er wieder in die Türkei reist. Dort könne man schneller als gedacht im Gefängnis landen. „Böhmermann hat recht mit seinen Aussagen“, findet der Ahlener. Sicherlich: Erdogan habe auch viel Gutes bewirkt, gibt der Geschäftsmann zu. Aber außenpolitisch sei vieles eine Katastrophe, glaubt sein Kumpel. Und dazu zähle er auch das Verhalten Erdogans gegenüber Böhmermann.

Huseyin Keskin, der an der Rottmannstraße in Ahlen einen Warenhandel betreibt, hält die Schmähkritik des Spaßmachers auf Erdogan für „unhöflich“. Deshalb müsse der bestraft werden, weil er keinen Respekt habe, verlangt Keskin. Ansonsten könnten viele Nachahmer auf den Plan treten. „Eine Geldstrafe reicht da nicht mehr aus“, denkt der Geschäftsinhaber. Eine Bewährungsstrafe sei richtig. „Der Präsident nimmt sich zu ernst“, ist die Meinung von Johannes Ceven, der im Arican-Supermarkt an der Hansastraße arbeitet. Der Beitrag des Fernsehmoderators sei gar nicht so gemeint gewesen, glaubt der Aramäer.

Die Böhmermann-Affäre wird auch in einem Friseursalon in Ahlen heftig diskutiert. Die Mitarbeiter wollen sich nicht öffentlich äußern – schlecht für das Geschäft.

Mehr zu diesem Thema - darunter auch Stellungnahmen von Serhat Ulusoy (SPD) und Recep Hazar (Vorsitzender Ditib-Moschee) im „AT“ vom 15. April.

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