Seitenlader sammelt ab Januar Müll ein
Bild: Stadt Ahlen
In den kommenden Tagen erhalten Anwohner, deren Straßen demnächst vom Seitenlader angefahren werden, Post. Auch ein Servicefahrzeug der Ahlener Umweltbetriebe macht auf die Systemumstellung aufmerksam. Das Bild zeigt (v. l.) Andreas Podsiadly, Bernd Döding, Peter Rademacher, Michael Morisse und Wolfgang Siehoff.
Bild: Stadt Ahlen

Der mechanische Seitenlader verrichtet den kräftezehrenden Job, die Tonnen einzufangen und in die Kippvorrichtung zu setzen. „Das ist der zeitgemäße Stand der Technik und für meine Beschäftigten gesundheitsschonender“, begründet Betriebsleiter Bernd Döding die Anschaffung des Fahrzeugs.

Der Müll verschwindet bei dem neuesten Lkw aus der Flotte der Müllabfuhr nicht mehr im Heck des Fahrzeugs, sondern wird mit einem Hebearm in die rechte Flanke eingefüllt. „Anwohner in den Straßen, die ab Januar per Seitenlader abgefahren werden, bekommen von uns über die Briefwurfsendung alle Informationen, die man dazu wissen muss“, sagt Döding. Dort, wo mehrere Tonnen an der Straße stünden, sollten Pärchen gebildet werden, zwischen denen optimalerweise ein Abstand von 40 Zentimeter bleibe, heißt es in der Mitteilung. Der Seitenlader könne zwei Tonnen gleichzeitig erfassen und leeren. Das führe dazu, so Döding weiter, „dass die Tonnen schneller geleert sind und die Fahrzeuge auch zügiger vorankommen“.

Das Seitenladerfahrzeug wird bewusst keinem festen Bezirk zugewiesen, sondern soll täglich überall in der Stadt zum Einsatz kommen. „Dabei stößt es auf alle Begebenheiten, die es bei der Müllabfuhr gibt: Bauerschaften, Wohnsiedlungen, enge Straßen“, ergänzt Einsatzleiter Michael Morisse. Außerdem solle es möglichst allen Bürgern auffallen, denn langfristig wollen die Umweltbetriebe weitere Seitenlader anschaffen. Schon zur Jahrtausendwende waren bei der Stadt zwei Müllfahrzeuge mit Seitenlader in Betrieb. Fuhrparkchef Peter Rademacher erinnert sich: „Das waren damals erste Schritte. Die Technik war aber noch nicht ausgereift.“ So blieb es beim Versuch, unter anderem auch, weil die Greifzange Tonnen beschädigte, der Hebearm zu viel Raum benötigte und pro Leerung nur eine Tonne schaffte.

Fahrzeug kann zehn Tonnen Ladung aufnehmen

Eine Greifplatte des neuen Müllfahrzeugs fährt zur rechten Seite aus und hakt sich in die Tonne ein. Stehen die Abfallbehälter nicht sauber ausgerichtet, kann das der vom Fahrzeugführer per Joystick gesteuerte Greifer ausgleichen. Sollte jemand dem Ladebereich gefährlich nahe kommen, sorgt eine sogenannte Totschaltung für den sofortigen Abbruch des Vorgangs. Unterdessen steigt bei den Ahlener Umweltbetrieben die Vorfreude auf den Flottenzuwachs.

Peter Rademacher darf den Mercedes-Benz 26-Tonner Rechtslenker kurz vor Weihnachten beim Hersteller Faun abholen und nach Ahlen fahren. Anders als die Hecklader, die im Übrigen vollständig im Bestand und Einsatz bleiben werden, verfügt der Seitenlader über einen entscheidenden weiteren Vorteil: „Er ist flüssigkeitsdicht“, so Rademacher. Ein Umstand, der vor allem bei Rasenschnitt und Biomüll von Nutzen ist und zu weniger Naserümpfen führt. Gut zehn Tonnen Ladung fasst der große Bauch des Lkw, der 240.000 Euro kostet und die Anforderungen der Euro-6-Norm erfüllt.

Wer Fragen zu der neuen Abfuhrtechnik hat, kann sich an die Ahlener Umweltbetriebe unter Telefon 02382/985810 (E-Mail: muellmarke@stadt.ahlen.de) wenden.

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