Sensation: Ahlener Mammut kehrt zurück
Bilder: Detlef Peter Jotzeit
Mammut Ahlen (v.l.) Jürgen Rheker, Petra Schäfer, Sebastian Rademacher, Chris Moser, Gabriele Moser-Olthoff, Oliver Kunze und Leon Kunze.
Bilder: Detlef Peter Jotzeit

Um 4.30 Uhr in der Früh beginnt am Sonntag die Reise des Ahlener Mammuts. Und zwar in Stuttgart und nicht in Münster, wo das Skelett bis zu seiner dritten Restaurierung im Geomuseum in Münster gestanden hatte. Am Steuer des 7,5 Tonners sitzt Oliver Kunze, staatlich anerkannter paläontologischer Präparator, und verantwortlich für die anatomisch korrekte Wiederherstellung des Skeletts, das im Juni 1910 bei Grabungen in einer Tongrube der Stanz- und Emailierwerke der Gebrüder Seiler in Ahlen gefunden wurde.

„Da ist in der Vergangenheit viel gefuscht worden“, sagt der 50-jährige Experte, der zusammen mit seinem Sohn Leon (16) die gut 200 Einzelstücke auf der Ladefläche des Kleinlastwagens fein säuberlich und stoßfest verpackt hat.

Dass dies eine weise Entscheidung war, weiß er spätestens sechs Stunden später bei seiner Ankunft in Ahlen. „Schlaglöcher, Bodenwellen und Betonkanten – ich habe jedes Mal gebibbert, ob alles heile bleibt“, sagt Kunze. Doch seine Sorge ist unberechtigt. Die wertvolle Ladung erreicht unbeschädigt das Ziel.

Ganz schön groß: Julian Moser (l.) 9 Jahre und Leander Moser (7) staunen beim Vergleich ihrer Füße mit dem des Mammuts.
Im Heimatmuseum wird Kunze von den beiden Kulturamtsmitarbeiterinnen Gabriele Moser-Olthoff und Petra Schäfer sowie dem ehrenamtlichen Stadthistoriker Jürgen Rheker gespannt erwartet. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, schwärmt Moser-Olthoff, die nicht unerheblich daran beteiligt ist, dass das Ahlener Mammut zumindest für kurze Zeit nach Ahlen zurückkehrt. Sie hatte im Januar einfach mal in Münster bei Dr. Markus Bertling, dem Leiter des Geomuseums Münster, nachgefragt. Konkreter Anlass war, dass die Renovierungsarbeiten im Geomuseum ins Stocken geraten sind und die Wiederaufstellung des nunmehr restaurierten Ahlener Mammuts noch nicht terminiert ist. „Wir kennen uns beruflich von früher“, verrät Moser-Olthoff, und so sei der Stein ins Rollen gekommen.

Um 11 Uhr beginnt der Aufbau, und dabei geht es um Zentimeter. Denn bis zum Deckenboden im Heimatmuseum sind es nur 3,45 Meter, und die Querbalken hängen noch darunter. „Wir mussten das Skelett verschieben, sonst hätte der Kopf nicht mehr darunter gepasst“, sagt Moser-Olthoff.

Ein schwerer Klotz bei der Montage im Heimatmuseum ist die Wirbelsäule des Mammuts. Dafür bedarf es der Hilfe von gleich vier Leuten, bis alles richtig hängt und angeflanscht ist.

Um 15 Uhr werden als letzte Bauteile die beiden Stoßzähne in Position gebracht. Die gewaltigen Hauer sind allerdings aus Kunststoff nachgemacht. Ein echter Zahn würde allein rund 100 Kilogramm auf die Waage bringen. Ganz zu schweigen von dem besonderen Wert. „Zwei Originalstoßzähne sind mir mal für 87 000 Euro angeboten worden“, sagt Kunze.

Ausführlicher Bericht in der „AT“-Ausgabe vom 3. Mai.

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