Silke Albrecht zu Gast beim Kunstverein
Silke Albrecht ist die erste Künstlerin, die in diesem Jahr in der Stadtgalerie in Ahlen ihre Werke ausstellt. Die Eröffnung ist am Freitag, 29. April, ab 19 Uhr. Das Bild zeigt (v. l.) Silke Albrecht mit Claudia Moseler und Andrea Bergmann vom Kunstverein. Bild: Voss-Loermann

Silke Albrecht studierte zunächst in Münster Kunst und später an der Akademie in Düsseldorf als Meisterschülerin von Andreas Gursky. Von ihm, dem Fotografen, habe sich die Meisterschülerin völlig emanzipiert. „Es ist schon lange nicht mehr so, dass man das Gleiche machen muss wie der Lehrer“, sagt sie selbstbewusst.

Mit Malerei und Collagen empfiehlt sich Albrecht dem Ahlener Publikum. Gerade erst hat sie in ihrer Arbeit eine Metamorphose durchgemacht. Von Schüttungen von Öl- und Acrylfarben hat sie sich im vergangenen Jahr mehr der Erstellung von Collagen aus verschiedenen Bildträgern zugewandt. Die Wandlung geht vom Prinzip des gelenkten Zufalls, wie er bei großen Farbschüttungen das Ergebnis bestimmt, hin zu direkter Steuerung des kreativen Geschehens. Dabei seien ihre Arbeiten offener geworden, sagt sie. Oft verwende sie als Grundlage Leinwand, die, so Albrecht, eine größere Nähe zulasse als Acryl oder Holz.

Sie nutzt in ihren Collagen zudem metallene Lochgitter, Europaletten oder auch schon mal eine Tischplatte. „Der Baumarkt ist für mich immer wieder Fundus für neues Material“, sagt sie. Albrecht hat sich ganz der Kunst verschrieben, ohne Netz und doppelten Boden. Kein Lehramtsstudium sichert sie ab. „Ich habe alles auf eine Karte gesetzt, nachdem ich zunächst begonnen hatte, für das Lehramt zu studieren“, erzählt sie. Das bedeutet: Es gibt keine Alternative für ihr Leben. Die Kunst ist Beruf und Berufung zugleich, und da ist Albrecht konsequent.

 „Ich stelle fest, dass man auch ernster genommen wird, wenn man nur Kunst macht“, sagt die gebürtige Soesterin, die schon zahlreiche Stipendien erhalten hat. Gerade erst habe sie erfahren, dass sie den „Bronner Residency“, eine Förderung der Kunststiftung NRW, für einen sechsmonatigen Aufenthalt in Tel Aviv bekommt. In Düsseldorf hat Albrecht ihr Atelier in einer ehemaligen Squashhalle. „Das ist ideal“, sagt sie. „Das Licht kommt nur von oben, und es gibt eine Galerie, von der herab man seine Werke ganz anders sieht.“ Wenn die Ausstellung am Freitagabend um 19 Uhr eröffnet wird, kann es sein, dass Albrechts Lehrmeister Andreas Gursky dabei ist. „Sicher ist es nicht, aber ich habe ihn eingeladen“, sagt die Künstlerin.

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