Solaranlagen reisen als Gefahrgut
Bild: Enz
In einem Container gehen die 108 Paneele für zwei Solaranlagen auf ihre sechswöchige Reise nach Tansania. Beim Verladen halfen am Dienstag (v. l.) Realschullehrer Bernd Schäpers, Martin Stapel von der Stapel GmbH, Elektriker Uwe Fächner und Alexander Uhr von der beauftragten Logistik-Firma.
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Und deshalb sind Schädlinge jetzt ein Thema. Beziehungsweise Stempel. Denn jede Palette und jede Holzkiste muss das IPPC-Zeichen tragen, erklärt Alexander Uhr von der beauftragten Logistik-Firma. Das heißt: Das Holz muss gemäß internationalem Pflanzenschutzabkommen gegen Schädlingsbefall behandelt sein.

Als alle Stempel gefunden sind, geht es weiter mit Aufklebern. Die bringt Uhr außen am Container an. „Corrosive“ steht darauf, das heißt „ätzend“. Die Spende für die psychiatrische Klinik Lutindi der Bodelschwingh’schen Stiftung Bethel und die Mwasama-School in Bagamoyo kommt also als Gefahrgut daher.

Den Grund dafür kennt Bernd Schäpers, Betreuer der federführenden Science Buddys der Realschule: Der Akku der Anlage, die die Klinik unabhängig vom Stromnetz machen soll, war bereits in Betrieb. Deshalb ist schon Säure darin, und deshalb ist der Container Gefahrgut. Das macht den Transport komplizierter.

Angesichts dessen ist Schäpers froh, das Lutindi-Hospital mit im Boot zu haben. Ursprünglich wollten die Science-Buddys nur eine Anlage mit 18 Paneelen für die Mwasama-School liefern lassen. Der Aufwand wäre ähnlich groß gewesen. Doch dann ergab sich eine weitere Spende für eine deutlich größere Anlage mit 90 Paneelen für die Klinik. Und das Personal dort hat Erfahrung mit Container-Transporten. „Das hätte mir sonst schon ein bisschen Kopfschmerzen bereitet“, gesteht Schäpers.

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