Sozialkaufhaus: nur das Personal fehlt
Bilder: Detlef Peter Jotzeit
Dr. Frank Röschinger, Präsident des DRK-Kreisverbands Warendorf-Beckum, warb am Mittwoch engagiert für das Projekt in Ahlen.
Bilder: Detlef Peter Jotzeit

Im Kampf gegen soziale Benachteiligung sei das Angebot für Menschen in Not ein wichtiger Ansatzpunkt, machte der Präsident des DRK-Kreisverbands Warendorf-Beckum deutlich und verwies auf zwei erfolgreiche Initiativen des DRK-Kreisverbands in der Nachbarstadt Beckum.

Vorreiter sei im Jahr 2009 das DRK-Haus am Werseweg gewesen, so Dr. Röschinger. In dem ehemaligen Jugendheim der Kirche seien eine Vielzahl an sozialen Projekten unter einem Dach vereint worden: Suppenküche, Kleiderkammer, Seniorennachmittage und Selbsthilfegruppe. „Mittlerweile ist das Haus ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Stadt“, zog er rückblickend Bilanz.

Als eine der wichtigsten und stärksten Säulen des Projekts nannte er das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte. „Alle sind mit viel Herzblut dabei.“

Vor zwei Jahren habe sich das Präsidium überlegt, die Aktion weiterzutragen, so Dr. Röschinger. Nach gleichem Muster wie in Beckum sei im Ortsteil Neubeckum ein Sozialkaufhaus eingeweiht worden, in dem günstige Waren für bedürftige Menschen angeboten würden.

In einem Ladenlokal an der Kampstraße 27 in Ahlen soll ein Sozialkaufhaus entstehen.
„Die Kleiderkammer läuft gut“, stellte er nicht zuletzt mit Blick auf die positiven Auswirkungen auf die Finanzsituation des DRK fest. Bis zu 8000 Euro würden im Jahr erwirtschaftet. Das liege auch an der Qualität der angebotenen Waren: „Wir verkaufen da keinen Schrott.“

„Was in Beckum und Neubeckum gelingt, müsste doch auch in Ahlen laufen“, lautete die Prognose von Dr. Röschinger. Daher habe er vor Monaten Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen. Zunächst habe er an einen Standort im Brennpunkt Hansastraße gedacht. Ein dreiviertel Jahr habe er mehr als 50 Immobilien in dem Bereich besichtigt, aber nichts Passendes gefunden, sagte er. Nun habe er an der Kampstraße ein kleines, aber feines Ladenlokal entdeckt. „Für unser Vorhaben ist das perfekt“, zeigte er sich zuversichtlich.

Mehrere Partner sind denkbar

Das Projekt „Kleiderkammer in Ahlen“ ist auf einem guten Weg. Die finanzielle und logistische Unterstützung sei durch den DRK-Kreisverband und die Röschinger-Stiftung (Beckum) sichergestellt, machten Präsident Dr. Frank Röschinger und der Kreisverbandsvorsitzende Detlef Weißenborn deutlich. Es fehle nur das Personal.

Dabei hoffe er auf Unterstützung aus den Reihen des DRK-Ortsvereins Ahlen, so Dr. Röschinger. Ansonsten seien das Forum gegen Armut oder die Kirchen als Partner bei der Realisierung des Projekts denkbar.

Wie groß das Interesse an Sozialkaufhäusern grundsätzlich ist, unterstrich Dr. Röschinger mit Hinweis auf eine Anfrage aus der Nachbarstadt Drensteinfurt. Die dortige Verwaltung habe dem DRK-Kreisverband für die Einrichtung eines entsprechenden Projekts ein „top-restauriertes Ladenlokal“ mitten in der Stadt angeboten. „Und das kostenlos“, hob er hervor.

Doch zunächst habe das Vorhaben in Ahlen an der Kampstraße 27 (ehemals Tattoostudio) Priorität. Schon jetzt stehe dabei für ihn fest: „Wir können etwas für die Gesellschaft tun.“

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