St.-Georg-Gemeinde plant Kirchenbau
Bilder: Jotzeit
Auf einem rund 13 000 Quadratmeter großen Areal an der Beckumer Straße will die rund 1000-köpfige Gemeinschaft für rund 1,7 Millionen Euro eine Kirche und ein Gemeindezentrum bauen.
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„Seit Anfang des Jahres laufen die konkreten Planungen“, bestätigte Jeshu Jakob, Vorstandsvorsitzender der Kirchengemeinde St. Georg, auf „AT“-Nachfrage. Mit Unterstützung eines Architekten aus Paderborn seien bereits erste Gespräche mit dem Ahlener Baudezernenten Andreas Mentz geführt worden. „Noch geht es etwas zögerlich und vorsichtig voran“, merkte Jakob an und verwies auf Auflagen, die bei der Realisierung des Projekts zu berücksichtigen seien. „Ich hoffe aber, dass unser Vorhaben Unterstützung findet“, sagte er. Dabei sei es ihm wichtig, auch die Politik mit ins Boot zu holen.

Der Bau eines eigenen Gotteshauses sei ein langgehegter Wunsch, unterstrich der 57-jährige Vorstandsvorsitzende. Denn schon im Jahr 2000 sei die große Ackerfläche mit dem Ziel gekauft worden, dort eine Kirche zu errichten. Eine Spaltung der Gemeinde habe damals dazu geführt, dass das Projekt auf Eis gelegt worden sei.

Der Zahn der Zeit hat an dem alten Kirchengebäude an der Zeppelinstraße 52, das 1986 eingeweiht wurde, kräftig genagt. Seit zwei Jahren wird das baufällige Gebäude nicht mehr für Gottesdienste genutzt.
Während die Kirchengemeinde St. Georg an ihrem alten Standort an der Zeppelinstraße 52 festgehalten habe, sei die neue Syrisch-Orthodoxe Kirchengemeinde St. Johannes an die katholische St.-Gottfried-Gemeinde herangetreten, um das dortige Kirchengebäude mitzunutzen.

„Wir haben zunächst überlegt, unsere Räumlichkeiten an der Zeppelinstraße zu erweitern oder eine andere Kirche zu übernehmen“, sagte Jakob. Doch diese Pläne hätten sich schnell zerschlagen. Problematisch sei es geworden, als die 1986 als Kirche umgebauten Räumlichkeiten an der Zeppelinstraße baufällig geworden seien. „Die Wände waren feucht, der Boden abgesackt und das Dach undicht“, beschrieb Jakob den desolaten Zustand des Gebäudes vor zwei Jahren. Ein Gottesdienst sei unter diesen Umständen dort nicht mehr möglich gewesen.

„Dankenswerter Weise haben wir die Möglichkeit bekommen, die St.-Josef-Kirche mitzubenutzen“, lobte Jakob das große Entgegenkommen der St.-Bonifatius-Gemeinde. Doch mittelfristig wünsche sich die Kirchengemeinde St. Georg eine eigene Kirche. „Und da wäre unser Grundstück an der Beckumer Straße genau der richtige Standort“, so Jakob.

Hintergrund

Ein großer Teil der Gläubigen der Syrisch-Orthodoxen Kirche hat auf der Flucht vor den Türken in westlichen europäischen Ländern eine neue Heimat gefunden. Etwas mehr als 300 000 Syrisch-Orthodoxe Aramäer gibt es heute in Europa, davon 100 000 in Deutschland (mit Schwerpunkt in und um Gütersloh) und rund 120 000 in Schweden. In Ahlen leben aktuell in den beiden Syrisch-Orthodoxen Gemeinden St. Georg und St. Johannes rund 320 Familien mit knapp 2000 Personen. „Mehr als 90 Prozent haben einen deutschen Pass“, sagt Jeshu Jakob. Die Aramäer seien gut integriert und fühlten sich wohl in Ahlen. „Wir sind ein wesentlicher Bestandteil der Stadt“, stellt der Vorstandsvorsitzende fest. Daher hoffe er auch auf breite Unterstützung für die Baupläne.

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