Stadt hält an Dolberg fest
Foto: Christian Wolff
Die Gemeinschaftsunterkunft in Dolberg soll erst einmal bleiben. Das Foto zeigt einen Blick in den Innenhof des Übergangswohnheims für Asylsuchende.
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Die Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Dolberg soll weiterhin für die Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten eine entscheidende Rolle spielen. Das unterstrich Ulla Woltering als zuständige Fachbereichsleiterin am Montag in der Sitzung des Integrationsrats.

Mit der Vorlage des kommunalen Konzepts, das Daniela Noack in Vertretung der Integrationsbeauftragten Christiane Heuser vorstellte, komme „ein sehr langer Prozess zum Abschluss“, der von einer Arbeitsgruppe intensiv begleitet worden sei. Die Konzept sehe eine maximale Belegung mit 50 Personen vor. Derzeit sind in der GU 28 Menschen untergebracht, von denen 24 ständig anwesend seien.

Ihr Festhalten an dem Standort in Dolberg trotz eingeräumter Nachteile, wie beispielsweise die schlechte Anbindung an der Öffentlichen Personennahverkehr begründeten Ulla Woltering und Daniela Noack mit den seit 2016 getätigten Investitionen in Höhe von knapp 300 000 Euro.

Kritik daran äußerte Frank Heidelmann (FWG), die in einem Antrag die Verlagerung der GU in die Bodelschwinghschule forderte. „Der Standort in Dolberg ist ungeeignet“, sagte Heidelmann, weil die gewünschte Integration in die Gesellschaft nicht stattfinde. Dem widersprach Woltering mit dem Hinweis, dass in der GU zahlreiche Kurse und Angebote stattfänden.

Scharfe Kritik an der Belegung mit höchstens 50 Menschen äußerte Petra Pähler-Paul (Bündnis 90/Die Grünen), die wissen wollte, wie die Obergrenze zustande gekommen sei. Das vorherige Konzept habe noch eine Ausnahmeregelung mit bis zu 100 vorgesehen. Petra Pähler-Paul warf der Verwaltung vor, in vorauseilendem Gehorsam gehandelt zu haben.

Für die SPD machte die Fraktionsvorsitzende Gabi Duhme klar, dass ihre Fraktion noch Beratungsbedarf habe. Zudem gelte es auch, die Lagenachteile in eine Gesamtbeurteilung einzubeziehen. Bei einem Umzug in die Bodelschwinghschule seien auch wirtschaftliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen.

Petra Pähler-Paul könnte sich als Nachnutzung eine Behinderteneinrichtung vorstellen. Auch Erhard Richard schloss sich dem SPD-Antrag, die Vorlage nur zu beraten, aber noch nicht abzustimmen an. Damit wurde der FWG-Antrag, der auf einen Umzug drängt, hinfällig. Erhard Richard mahnte eine klare Perspektive für den Fall an, dass die Flüchtlingszahlen wieder anstiegen und verlangte einen Stufenplan für eine Ertüchtigung der Bodelschwingschule als Not- oder langfristige Gemeinschaftsunterkunft.

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