Stärkung des interreligiösen Dialogs
Bild: Lange
Stellten das Programm zur Woche der Brüderlichkeit in Ahlen vor: (v. l.) Heinz Aden, Werner Fischer, Christoph Wessels, Andrea Kuhr, Dr. Alexander Berger, Rudolf Blauth und Lars Koenig.
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Das Titelbild des Programmheftes zeigt eine Rückenansicht von Papst Franziskus. Neben ihm steht ein Mitglied der jüdischen Hauptsynagoge in Rom, das den Arm auf die Schulter des Oberhauptes der Katholischen Kirche legt. Das Foto spiegelt laut Volkshochschulleiter Rudolf Blauth die Themen der Woche der Brüderlichkeit in Ahlen wider.

 „Bei seinem Besuch der Synagoge in Rom nannte Franziskus als erster Papst überhaupt die konkrete Zahl der Opfer des Holocausts und bezeichnete die Juden als ältere Brüder“, erläuterte Blauth. „Seine Aussagen wurden bejubelt, er erhielt stehende Ovationen. Nicht wenige bezeichnen dieses Ereignis als Wendepunkt im Verhältnis zwischen Judentum und Katholischer Kirche.“

Bürgermeister Dr. Alexander Berger dankte den Kooperationspartnern der Woche der Brüderlichkeit. Die Aktion greife Themen auf, die durch die Geschehnisse weltweit aktueller denn je seien. Blauth ergänzte, dass sich die Ausweitung der Woche der Brüderlichkeit auf zwei Wochen bewährt habe. „Ahlen ist nicht groß genug, so dass wir jeden Tag eine Veranstaltung anbieten könnten“, sagte er. „Wir wollen aber allen Ahlenern die Möglichkeit geben, jeden Termin wahrnehmen zu können.“

Das Programm bietet einen Querschnitt aus Kinofilmen, musikalischen Darbietungen und Referaten. Besonders freut sich Dr. Berger auf einen weiteren Besuch der Zeitzeugin Liesel Michel-Binzer. Die Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt gibt an der Fritz-Winter-Gesamtschule, im Barthelhof und am Gymnasium St. Michael Einblicke in ihr Leben und in ihre Erlebnisse während der NS-Zeit.

Nicht glücklich ist Pfarrer a.D. Heinz Aden, dass am Tag der offiziellen Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit am Sonntag, 6. März, der an Rosenmontag ausgefallene Karnevalsumzug nachgeholt wird. „Wir bedauern das sehr“, sagte der evangelische Geistliche. Beim Startschuss der Aktionsreihe singt der Chor Masel Tov aus Wuppertal, dem nicht nur jüdische Sänger angehören. Das Ensemble trat bereits in der Vergangenheit in der Wersestadt auf. Aden versprach schon jetzt ein mitreißendes Konzert in der Pauluskirche.

Mehr im „AT“ vom 23. Februar.

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