Staubschicht überzieht Haus und Garten
Bilder: Jotzeit
Grauer Staub überzieht das gesamte Grundstück der Familie Reckendrees an der Beckumer Straße.
Bilder: Jotzeit

Einen regelrechten Schock hat das Ehepaar am Wochenende bekommen. Gerade von einem Kurzausflug aus Roth bei Nürnberg zurück – Heinz Reckendrees hatte dort an einem Triathlon-Wettbewerb teilgenommen und eine 180 Kilometer Radstrecke bewältigt – glaubten die Beiden ihren Augen nicht zu trauen. „Ich dachte, ich bin im falschen Film“, sagt Kerstin Reckendrees (52). Ein Betonschleier habe das gesamte Haus und den Außenbereich an der Beckumer Straße 122 bedeckt. „Selbst in die Innenräume ist der Staub eingedrungen.“

Überall Staub und Dreck: Heinz Reckendrees ist sauer.
Ein verheerendes Bild habe sich auch im Garten geboten. Blumen im Wert von mehreren Hundert Euro ließen ihre Köpfe unter der Staubschicht hängen. „Ob wir unsere Kräuter und Erdbeeren noch essen können, weiß ich auch nicht“, so die 52-Jährige. Besonders krass habe das schwarze Auto von Sohn Jonas ausgesehen. „Alles war weiß gecheckt“, berichtet Heinz Reckendrees (53). Er mache sich nun Gedanken, wie aggressiv der feine Betondreck sei, und welche Schäden er beispielsweise beim Autolack oder den Fensterdichtungen anrichten könne. Um das abzuklären, wolle er einen Sachverständigen einschalten.
Das Auto von Sohn Jonas ist durch den Staub verdreckt. 

Auf die Firma, die für die Brückensanierung verantwortlich zeichnet, ist das Ehepaar nicht gut zu sprechen. „Die haben uns anfangs gesagt, nur beim Sandstrahlen falle verstärkt Staub an“, erinnert sich Heinz Reckendrees. Doch beim anschließenden Auftragen des Spritzbetons mit Hochdruck sei es noch schlimmer geworden. „Da wabbern richtige Staubwolken“, berichtet Kerstin Reckendrees.

Kritik an der Stadtverwaltung

Das Auftragen des Spritzbetons sorgt für mächtig Ärger.
Kein gutes Haar lässt das Ehepaar auch an der Stadtverwaltung. „Wir sind noch nicht einmal über den Beginn der Arbeiten informiert worden und fühlen uns im Stich gelassen“, sagt die 52-Jährige. Als direkter Anwohner seien sie vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Ähnliches sei bereits im Frühjahr passiert. Da seien die Bäume entlang der ehemaligen Zechenbahntrasse ohne Rücksicht auf seltene Vögel einfach abgeholzt worden.

SOCIAL BOOKMARKS