Stellenabbau bei Rohrwerken
Christian Wolff
Die Westfälischen Rohrwerke (WRW) an der Kruppstraße sind auf die Fertigung von Mehrschichtverbundrohren spezialisiert und seit der Gründung des Unternehmens 2005 beständig gewachsen. Umso tragischer ist für die Firma und ihre Belegschaft die aktuelle Entwicklung.
Christian Wolff

Die Westfälischen Rohrwerke (WRW) in Ahlen sind ein international gefragter Spezialist für Mehrschichtverbundrohre. Weil ein Großkunde seine strategische Ausrichtung geändert hat, führt dies aktuell jedoch zu einem deutlichen Auftragsrückgang bei den Rohrwerken. Das an der Kruppstraße im Gewerbegebiet Olfetal ansässige Unternehmen muss deshalb rund 20 Prozent seiner Stellen abbauen, um weiterhin wirtschaftlich bleiben zu können. Hierüber informierte es jetzt die betroffenen Mitarbeiter. Erschwerend hinzu kommen die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Wirtschaft. Der Produktionsstandort Ahlen ist nach Auskunft des Unternehmens allerdings nicht gefährdet.

„Die Entscheidung unseres Kunden ist durch uns leider nicht zu beeinflussen. Die Gründe haben weder mit der Qualität noch mit der Zuverlässigkeit unserer Lieferungen zu tun“, schildert Heiko Abbenseth, Geschäftsführer bei der WRW. Ganz im Ge­genteil: Das Un­terneh­men, das im Jahr 2012 mit dem Wirtschaftspreis der Stadt Ahlen ausgezeichnet wurde, erhalte von vielen seiner Abnehmer stets hervorragende Lieferantenbewertungen und genieße in der Branche einen sehr guten Ruf. „Wir wissen von unseren Kunden, was diese an uns schätzen“, sagt Abbenseth.

2005 gegründet und von Mitarbeitern des Vorgängerunternehmens aufgebaut, entwickelte sich WRW mit rund 100 Beschäftigten zu einem gefragten Spezialisten, der seine Produkte auf die spezifischen Anforderungen seiner Kunden zuschneidet. „Wir sind in der Vergangenheit stetig gewachsen. Was jetzt passiert, ist tragisch und traurig zugleich“, sagt der Geschäftsführer.

Um künftig weiter wirtschaftlich arbeiten zu können, muss WRW seine Kapazitäten anpassen. Das Unternehmen arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb, woran sich auch in Zukunft nichts ändern soll. Reduziert werden soll die Anzahl der Produktionslinien, damit eine Auslastung einzelner Maschinen gewährleistet werden kann. Mit dem Betriebsrat wurde zuvor ein Interessenausgleich vereinbart. Betriebsbedingte Kündigungen ließen sich jedoch leider nicht vermeiden, heißt es in einer Pressemitteilung weiter. Darüber hinaus müsse wegen der aktuellen Entwicklung Kurzarbeit beantragt werden, da in wichtigen Absatzmärkten der WRW bereits eine deutliche Zurückhaltung der Kunden spürbar sei. Dies wirke sich wiederum nachteilig auf die Auftragslage aus.

Die WRW hofft deshalb auf schnelle und unbürokratische Hilfe der zuständigen Stellen, damit die verbleibenden Arbeitsplätze nicht gefährdet werden und erhalten bleiben. Die Geschäftsführung ist optimistisch, dass die WRW mit dem vorhandenen Know-how und der sehr guten Qualität ihrer Produkte die Krise ohne weiteren Personalabbau bestehen kann. „Wir haben uns für die Zukunft gut aufgestellt und es gibt keinen Grund, den Standort Ahlen in Frage zu stellen“, sagt Abbenseth.

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