Straßenkarneval nicht regelbar
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„Ohne Karneval können wir nicht sein“, so heißt ein Karnevalsevergreen. Aber nicht nur Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bezweifelt vor pandemischen Hintergrund die Umsetzbarkeit für die kommende Session. Wie sehen das führende Ahlener Karnevalisten?

Schon vor einigen Wochen hatten der BAS und Bürgermeister Dr. Alexander Berger beschlossen, dass die Session weitestgehend abgesagt werden soll. Einen neuen Stadtprinzen und ein neues Kinderprinzenpaar wird es nicht geben, allerdings sollen für Sitzungen und Straßenkarneval trotzdem Hintertüren offengelassen werden. Doch was ist möglich?

Pütt-Pott-Ploug-Präsident Fabian Recker zeigt Verständnis dafür, dass Karnevalisten monieren, eine Absage schon jetzt komme zu früh. Allerdings laufe die Zeit weg, Verträge mit Veranstaltungsorten und Künstlern müssten im Fall der Fälle storniert werden. „Ich finde es besser zu sehen, ob Konzepte individuell realisierbar sind“, wünscht er sich lokale Entscheidungen.

PPP-Ehrensenatspräsident Winfried Brüggemann sieht das anders: „Wenn schon die Schützen verzichten, können wir Karnevalisten uns nicht anders verhalten.“ Es bringe nichts, wenn die Karnevalisten selbst entschieden, bei den Tausenden von Menschen sei beispielsweise ein Straßenkarneval kaum zu regeln.

Am kommenden Wochenende wird sich der Vorstand der Schwarz-Gelben-Funken beraten. Die Wahrscheinlichkeit, den Galaabend und die Herrensitzung abzusagen, sei allerdings groß, äußert sich Präsident Dominik Isermann. Er hofft auf eine Absage durch die Politik. Nur dann würden Verträge ohne großen finanziellen Schaden für die Vereine hinfällig. „Wenn es Straßenkarneval gibt, wird er nicht so sein, wie wir ihn kennen“, sagt der Präsident voraus. Die Zeit für Wagenbau werde zu kurz, es werde also nur Fußgruppen geben können. „Wir sollten aber trotzdem das Brauchtum pflegen“, fordert er ein Umdenken und die Suche nach Alternativen. Sicher sei, die Karnevalisten müssten Verantwortung tragen.

Auch beim ACC ist die Lage unsicher. „Grundsätzlich machen wir nichts, es sei denn, wir machen ein Auftaktfest“, schwankt dessen Präsident Rolf Grinsch. Galaabend und Damensitzung fallen also aus. Und nach der Diskussion der letzten Tage scheine ein Auftaktfest auch eher unwahrscheinlich. Der ACC ist in der glücklichen Lage, zumindest noch keine Künstler verpflichtet zu haben: „Für 130 Besucher kaufe ich keine Künstler ein, da versenke ich Geld.“ Die Frage des Straßenkarnevals solle aber offenbleiben, Rolf Grinsch rechnet allerdings weiterhin mit steigenden Infektionszahlen. Am Straßenrand werde es zu eng, auch wenn man nur mit Fußgruppen unterwegs sei. „Wir lassen es einfach sein, wir sparen damit Geld und Energie“, hat der ACC-Präsident für sich selbst die Session abgehakt. Es sei besser, die ganze Kraft in die nachfolgende Session zu stecken. Das sei auch die Meinung des ACC-Vorstands.

Am kommenden Donnerstag wird übrigens die Jahreshauptversammlung des BAS stattfinden. Ein Tagesordnungspunkt: Wie kann die kommende Session aussehen?

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