Streit um Paintball-Gelände
Bilder: Jotzeit
Beton- und Mauerreste: Der Bauschutt auf dem Gelände der Paintball-Anlage bereitet einigen Politikern Kopfzerbrechen. Die Kreisverwaltung sieht keine Gefährdung davon ausgehen.
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Fakt ist, dass die zuständige Kreisverwaltung den Bauschutt durch einen Gutachter hat prüfen lassen. „Von den Ablagerungen geht keine Gefährdung aus“, gab Thomas Kampmann vom städtischen Baudezernat in der gemeinsamen Sitzung des Ortsausschusses Dolberg sowie des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses das Ergebnis bekannt.

Doch damit gab sich Philipp Gößling (CDU) nicht zufrieden. „Wir verweigern uns“, machte er unmissverständlich für einen Teil seiner Parteifreunde klar. Er persönlich habe nichts gegen eine Paintball-Anlage, sagte er. Aufgrund der Müllablagerungen auf dem Gelände werde er aber gegen das Vorhaben stimmen. „Der Verursacher ist namentlich bekannt“, begründete er seinen Vorstoß. Daher sei es für ihn nicht nachvollziehbar, warum dieser nicht belangt werde.

Der Zugang zum Gelände der
angedachten Paintball-Anlage.
Ins gleich Horn stieß Jochen Rabe (CDU). „Wenn ich als normaler Bürger eine wilde Müllkippe vor der Tür habe, werde ich zur Rechenschaft gezogen“, stellte er fest. Als illegale Bauschuttentsorgung stufte auch Heinrich Artmann die Situation auf dem Gelände gegenüber der Westfalenkaserne ein. „Keine Beseitigung, keine Zustimmung der FWG“, brachte er es auf den Punkt.

Ganz andere Töne schlug SPD-Fraktionschef Norbert Bing an. „Ich verstehe nicht, warum hier so ein Popanz gemacht wird“, sagte er. Der Kreis sei verantwortlich. „Und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser leichtfertig darüber hinweggehen würde, wenn dort gesundheitsschädliches Material liegen würde.“ Aus diesem Grunde werde er sich an die Fakten halten und den weiteren Planungen zustimmen.

Rückendeckung bekam er von Sebastian Theismann. „Hier läuft Selbstjustiz ab“, stellte der CDU-Vertreter fest, auch mit Blick auf seine eigenen Parteifreunde. „Wir können doch nicht den Investor bestrafen, für Dinge, die er gar nicht zu verantworten hat.“ Während sich bei den Abstimmungen für das weitere Vorgehen im Ortsausschuss Patt-Situationen ergaben, fielen die Entscheidungen im Planungsausschuss deutlich aus. Mit jeweils zehn Ja-Stimmen bei jeweils fünf Nein-Stimmen wurden die Verwaltungsvorlagen abgesegnet.

Fledermäuse nicht betroffen

Ahlen (det). Nur zwei Bürger haben bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit Bedenken gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Paintballanlage an der Hammer Straße“ geäußert. „Die eine war unbegründet“, sagte Thomas Kampmann vom Baudezernat am Dienstag im Ausschuss. Bei der zweiten Anregung seien konkrete Bedenken hinsichtlich der möglichen Gefahren für die Tierwelt und ganz speziell für Fledermäuse geäußert worden. Es gebe aber keine Quartiere auf dem Gelände, sagte Kampmann in Abstimmung mit der Kreisverwaltung. Darüber hinaus sei geplant, als Ausgleichsfläche eine rund 2000 Quadratmeter große Waldfläche anzulegen und das vorhandene Gewässer in einem Teilbereich zu optimieren. Beruhigen konnte Kampmann am Dienstag Rolf Leismann (BMA), der auf ein „ordentliches Erscheinungsbild“ im Eingangsbereich der Paintball-Anlage pochte. „Die dort geplanten Container werden mit Holz verkleidet und der Umgebung angepasst“, sagte er. Entwarnung gab Kampmann auf Nachfrage von Romberg Klaus-Peter Romberg (Grüne) hinsichtlich der Geschosse. „Das sind Gelatine-Kugeln, mit Lebensmittelfarben gefüllt.“

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