Tanzen mit „Tom2Rock“ lehrt Respekt
Ralf Steinhorst
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Ralf Steinhorst

Eigentlich sollte das Projekt „Dance4Respect“ in diesem Jahr wieder in die Europawoche der Fritz-Winter-Gesamtschule eingebunden werden. Aber die fiel wegen der Corona-Pandemie aus und auch das Tanzen war nicht möglich. Letzteres geht aber inzwischen wieder in geordneten Bahnen, deshalb wurde zumindest das Tanzprojekt mit dem Bruderpaar „Tom2Rock“ am Dienstagvormittag nachgeholt.

Projektleiterin und Lehrerin Anke Gutsche wollte das Projekt „Dance4Respect“, unbedingt wieder durchführen. Denn schließlich hat die Aktion zum einen das Ziel, gegenüber Menschen anderer Nationen und Kulturen Respekt zu zeigen, zum anderen, nie aufzugeben und seine Träume zu leben. Das wurde auch vom Land NRW honoriert: in dem Wettbewerb „Generation Europa“ konnte sich die Schule die Förderung sichern.

Das Hiphop-Tanzduo Tomy und Rocky Pavlovic, bekannt als „Tom2Rock“, führte zum bereits dritten Mal das „Dance4Respect“-Projekt durch, sie sind an der Gesamtschule keine Unbekannten. Lange wurde am Corona-Konzept gefeilt. In der Friedrich-Ebert-Halle wurden alle Türen für den Durchzug aufgerissen, das sommerliche Wetter machte es umso besser möglich. Mit dabei waren 120 Schüler, die wegen der zu vermeidenden Vermischung aus nur vier Klassen kamen.

Das Tanzprojekt spielt an der Schule eine wichtige Rolle. „Elf Klassen hatten sich eigentlich gemeldet, um mitzumachen“, hob Anke Gutsche hervor. So hatte auch Lehrerin Julia Halstenberg dafür Verständnis, dass ihre Deutschklasse an dem Tag tanzend mit dabei war: „Dafür habe ich extra die Deutscharbeit verlegt, das Projekt war mir wichtig.“

Tomy und Rocky Pavlovic, die mit dem dritten Tänzer Romeo angereist waren, sind aus den TV-Castingshows „Das Supertalent“ und „Gott o Dance“ bekannt. Sie kamen als Flüchtlingskinder aus dem Balkankrieg nach Hildesheim und haben dort ihren Lebenstraum mit Tanzen umgesetzt. Wer, wenn nicht sie, konnte das Nicht-Aufgeben-Motto besser vermitteln?

Das Brüderpaar hat seinen Workshop schon mit 5000 Schülern durchgeführt, aber auch sie trafen die Einschränkungen der letzten Monate. „Es ist heute der erste Auftritt, schön, dass es möglich ist“, freute sich Tomy Pavlovic. Denn die letzten Monate lief das Projekt nur digital. So war es ein tolles Gefühl für alle mit der unterschwelligen Botschaft: Tanzen ist wieder möglich, wenn auch mit Abstand.

von Ralf Steinhorst

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