Thema Straßennamen intensiv beraten
Wie geht man mit den Straßennamen wie dem der Agnes-Miegel-Straße um? Diese Frage wird den Schul- und Kulturausschuss in den weiteren Sitzungen beschäftigen. Bild: Fox

Konkreter Anlass war die Nachbetrachtung des Vortrages, den der Historiker Dr. Rainer Pöppinghege am 2. Mai gehalten hatte. Unter dem Titel „Straßennamen als Medien der Geschichtspolitik“ hatte er die Entwicklung der Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen erläutert (das „AT“ berichtete). Dieses Referat sollte, so erklärte Schul- und Kultur-Abteilungsleiter Christoph Wessels einen Anstoß geben, wie man in der Wersestadt mit dem Thema umgehen könne. In der Vergangenheit hatte es ja bereits Diskussionen um eine Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße gegeben. Die Heimatdichterin hatte dem Nationalsozialismus gegenüber eine unkritische und befürwortende Haltung eingenommen.

Ausschussvorsitzende Elisabeth Werner (CDU) bedauerte am Dienstag das geringe Interesse von Bürgern an dem Vortrag. Anscheinend interessiere es erst, wenn es konkret um die Umbenennung der eigenen Straße gehe, vermutete sie. Während Günter Harms und Gabi Duhme (beide SPD) sich dafür aussprachen, das sensible Thema der Stadtgeschichte fundiert zu beraten, warnte Heinrich Artmann (FWG) davor, „ein Fass aufzumachen“. Seine Fraktion habe mit Anwohnern der Agnes-Miegel-Straße gesprochen, diese lehnten eine Umbennenung strikt ab. Ralf Kiowsky (CDU) hätte sich in dem Historiker-Vortrag konkrete Tipps gewünscht, wie man mit dem Thema umgehen könne. Wichtig sei auf jeden Fall, einen Konsens zu erreichen, „denn es geht um unsere Stadt“.

Wie der Ausschuss mit dem Thema weiter umgehen kann, könnte eine Fachtagung vermittelt, die im Sommer in Münster stattfinden soll. Vertreter der Ahlener Stadtverwaltung werden daran teilnehmen, sagte Wessels. Und auch aus dem Ausschuss wurde Interesse bekundet, den Termin wahrzunehmen.

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