Torkreuz soll Gottes Segen spenden
Bild: Voss-Loermann
Sie alle unterstützen die Aufstellung des neuen Torkreuzes am Ostwall (v. l.): Herbert Faust, Rudolf Aperdannier (Kolpingsfamilie), Wolfgang Funke (KAB), Pater Abraham Fischer, Annelie Leifeld, Gerd Grabenschroer (Bürgerstiftung) und Heinz Kemper (Heimat-Förderkreis).
Bild: Voss-Loermann

Sie hatten über die Jahrhunderte an den fünf Eingängen der Stadt mit christlichem Segen aufgewartet, die Stadt beschützt und Reisenden Segen gespendet. Am Donnerstagabend erinnerte Rudolf Aperdannier von der Kolpingsfamilie daran und begrüßte eine große Zahl interessierter Ahlener. Denn angekündigt war ein Gast mit einer ganz besonderen Befähigung. Pater Abraham Fischer von der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede wird mit seinem Team das neue Torkreuz am ehemaligen Südtor an der Südstraße/Ecke Ostwall in seiner Werkstatt schaffen. Der Diplomtheologe, Priester und Metallbaumeister präsentierte ein Modell seines Entwurfs und lieferte die theologischen Erläuterungen zu seinem Torkreuz, das gleichzeitig ein Kreuztor sein soll, mit.

Ahlens fünfte Himmelsrichtung

Zuvor hatte Thomas Kampmann von der Abteilung für Stadtplanung der Stadt Ahlen in Vertretung für die erkrankte Nicole Wittkemper einen Abriss zur Geschichte der Ahlener Torkreuze gegeben und gleichzeitig ein von Nicole Wittkemper und mehreren Kooperationspartnern erstelltes Faltblatt vorgestellt. Nicht nur die nach den vier Himmelsrichtungen benannten Stadttore waren Eingangspforten. „In Ahlen wurde damals immer von einer fünften Himmelsrichtung gesprochen“, so Kampmann, denn ein fünftes Tor bewachte damals die Stadt. In der Schmiede des Benediktinerklosters soll das Kreuz nun aus Cortenstahl entstehen.

Symbol nicht nur für Leiden, sondern auch für Auferstehung

Pater Abraham verwies darauf, dass die Einstellung des heutigen Menschen zum Kreuz oft ambivalent sei. „Man nimmt im Kreuz oft nur den leidenden Christus wahr, ohne die versprochene Auferstehung mit zu betrachten“, lautete seine Begründung dafür. Alte Zeichen neu zu fassen, und durch diese den Menschen wieder Sinn zu vermitteln sei die Intention. „Unsere Idee war es, das Kreuz zum Tor werden zu lassen“, so der Pater. Es solle sich öffnen und das alte Torkreuz so als ein Kreuztor gesehen werden. Die alte Intention, dass alle, die hindurch gehen, Gottes Segen mitnehmen, spiele eine Rolle dabei.

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