Verein und Wirte wegen Sky verärgert
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Daumen runter für den Pay-TV-Konzern Sky: Gabriele Klumpp, Wirtin der „Zisterne“ am Markt, ärgert sich wie viele weitere Gastronome über die Erhöhung der Abo-Preise.
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Grund: Der Bezahlsender Sky erhöht die Abo-Preise um bis zu 50 Prozent.

Das Bürgerzentrum Schuhfabrik ist ein zentraler Anlaufpunkt für Fußballanhänger. „Wir wollen weiterhin Rudelgucken ermöglichen“, sagt Geschäftsführerin Christiane Busmann. „Aber die Form der jährlichen Erhöhungen von Sky sind skandalös. In keiner anderen Branche gibt es solche Sprünge.“

Erst im vergangenen Jahr seien die Preise erhöht worden. Busmann ärgert sich vor allem über die Kommunikationsstrategie des Bezahlsenders. „Während der Weltmeisterschaft wurde eine Vertragsänderung angekündigt, eine Woche später lag die Abo-Erhöhung auf dem Tisch. Da stellt sich die Frage, wann die Schmerzgrenze erreicht ist.“

Bei den Büz-Verantwortlichen war dies fast der Fall – zumal die Kneipe sonntags, wenn mindestens zwei Spiele gezeigt werden, geschlossen ist. Am Ende wurde die bittere Kröte geschluckt. „Offenbar will Sky die Wirte rauskicken und setzt auf den Abschluss von Einzelverträgen“, mutmaßt Busmann.

Nun hofft die Büz-Geschäftsführerin auf ein großes Herz der Fußballfans: Ein Spendenschwein überwacht ab der neuen Saison die Live-Übertragungen.

Als unverschämt bezeichnet Zisternen-Wirtin Gabriele Klumpp die Preiserhöhung. Ab 1. September zahle sie mehr als 400 Euro im Monat für die Übertragung der Sky-Spiele. Eine Kündigung komme für sie zunächst nicht infrage. „Wir haben uns Stammgäste erarbeitet“, sagte sie. „Und die wollen wir nicht verärgern.“ Also nehme sie den Anstieg der Kosten „mehr als nur zähneknirschend“ hin. „Als Gastronom hast Du keine Chance“, sagte sie. „Wenn Du kündigst, akzeptiert das Sky. Kündigst Du aber als Privatperson, hast Du keine drei Stunden später ein verbessertes Angebot auf dem Tisch.“

Konsequenzen hat die DJK Vorwärts Ahlen gezogen. „Wir haben Sky nach gut einem Jahr wieder abgeschafft“, sagt Kassierer Herbert Stemmer. Kurz nach dem Vertragsabschluss im Mai 2013 sei die erste Erhöhung erfolgt – „obwohl dies im Vorfeld ausgeschlossen wurde.“ Den nächsten Preissprung macht die DJK Vorwärts nicht mehr mit. „Für uns rechnet sich das nicht“, so Stemmer weiter. Am Ende seien es knapp 400 Euro gewesen, die der Verein monatlich auf den Tisch legen musste.

Auch im Lokal „Zur Filzkugel“ des Tennisclubs Blau-Weiß flimmern in Zukunft keine Sky-Spiele mehr über den Bildschirm. „Für so eine kleine Gastronomie wurde das einfach zu teuer“, sagte Clubwirtin Sabine Heymann.

Mehr dazu im „AT“ vom 7. August!

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