Verfolgungsjagd bei Sarrazin-Gegendemo
Bild: Enz
Als Menschen, der Benzinkanister verteilt, bezeichneten Marcel Reich (l.) und Max Rilke vom Antifaschistischen Netzwerk Thilo Sarrazin. Sie verwiesen auf die Brandanschläge gegen Ausländer in Rostock, Mölln und Hoyerswerda vor rund 20 Jahren.
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Die meisten Redner, unter ihnen Parisozial-Geschäftsführer Dietmar Zöller und der Integrationsratsvorsitzende Ugur Dogan, betonten das Vorhandensein eines friedlichen Miteinanders und gelingender Integration in Ahlen. Doch gegen 18.40 Uhr zeigte sich, dass durchaus unfriedliche Fronten durch die Stadt verlaufen. Offenbar hatte es sich unter den Demonstranten auf dem Rathausvorplatz herumgesprochen, dass Mitglieder der rechtsradikalen Szene vor der Stadthalle versucht hatten, Flugblätter zu verteilen. Laut Polizeisprecher Martin Schnafel waren etwa 15 bis 20 Rechte im Umfeld der Stadthalle anwesend.

Eintreffen Sarrazins verschärft Lage

Als Thilo Sarrazins Wagen dort vorfuhr, strömten Gegendemonstranten in Richtung des Stadthallenparkplatzes und sichteten die Rechtsradikalen. Da der direkte Weg durch Polizisten verstellt war, strömte eine Gruppe von rund 50 zumeist Jugendlichen auf die Straße Südenmauer, wo die Polizei laut Schnafel einen Zusammenstoß verhinderte. Der aufgebrachte Tross nahm aber die Verfolgung durch die Wilhelmstraße auf, ohne die Rechtsradikalen jedoch zu finden. Am Alten Hof angekommen, ließen sich die Demonstranten beschwichtigen, so dass die Gruppe sich langsam auflöste und teilweise zum Rathaus zurückkehrte.

Mehr zum Auftritt Thilo Sarrazins und zur Gegendemonstration lesen Sie in der Mittwochsausgabe des „Ahlener Tageblatts“ und der „Glocke“.

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