Video über Parkbad-Vorfall gelöscht
Bild: Detlef Peter Jotzeit
Hinter den Kulissen sind bereits mehrere Gespräche über den Vorfall im Ahlener Parkbad gelaufen. Das Video wurde zwischenzeitlich gelöscht.
Bild: Detlef Peter Jotzeit

Zumal es sich dabei nicht, wie zunächst vermutet wurde, um eine bewusste Provokation und Herabwürdigung von Andersgläubigen handelte. Vielmehr steckte hinter dem Bildfund ein misslungener Scherz im rein privaten Bereich einiger Frühschwimmer, die einen Kollegen nach einem vierwöchigen Urlaub in der Türkei mit einem Gag begrüßen wollten.

Wie das „AT“ berichtet hatte, waren in der Umkleide Bilder gefunden worden, auf denen ein Mann in Badehose abgelichtet war, der vor einem Gebetsteppich im Parkbad stand. Dadurch hatte sich ein 27-jährigen Ahlener mit Migrationshintergrund diskriminiert gefühlt und dies als Verunglimpfung des Islams eingestuft. Seine Konfrontation der Parkbad-Leitung mit dem Fund hatte der aufgebrachte Mann, der dabei auch nicht auf Nazi-Vergleiche verzichtete, per Video aufgezeichnet und am Montagvormittag bei Facebook gepostet.

Für mächtig Unruhe hat  ein Bildfund in einer Umkeide Anfang der Woche im Parkbad gesorgt.
Welche Dynamik so ein Fall in den sozialen Netzwerken entwickeln kann, zeigte sich schnell. Nach anderthalb Tagen war der Beitrag mehr als 20 000 Mal angeklickt sowie mehrere hundert Mal geteilt und kommentiert worden. Dabei gab es Anmerkungen, die teilweise bedrohliche Züge hatten. Zwischen den Zeilen wurde mehr oder minder direkt gefordert, Rache zu üben. Unter anderem wurde zu gewaltsamen Handlungen gegen den Mann auf dem Bild aufgerufen.

Dies führte dazu, dass der 27-jährige Facebook-Nutzer sein Video nach anderthalb Tagen wieder zurücknahm und es plötzlich verschwunden war.

Auf „AT“-Nachfrage bestätigte der Ahlener, dass er mit dieser Resonanz nicht gerechnet habe und sich von einigen Äußerungen in den Kommentaren distanziere. Gleichzeitig wies er auf ein klärendes Gespräch hin, das am späten Donnerstagnachmittag im Parkbad in größerer Runde stattgefunden hat.

Zu einer Stellungnahme waren am Freitag aber weder er noch Thomas Schliewe, Leiter der Bädergesellschaft Ahlen, bereit. Schliewe verwies auf eine Presseerklärung, die aus dem Rathaus kommen solle. Das bestätigte Stadtpressesprecher Frank Merschhaus zwar. „Allerdings erst Anfang kommender Woche.“

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