Viele Teilnehmer vom Bürgerdialog enttäuscht
Bild: Kessing
Viele Interessierte kamen am Samstag zum Bürgerdialog Kultur und Freizeit ins Ahlener Rathaus. Viele verließen die Veranstaltung aber auch vorzeitig, weil sie vom Verlauf enttäuscht waren 
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Welche Orte braucht die Kultur in Ahlen? Unter dieser Überschrift stand die kurzfristig anberaumte Veranstaltung. Und die meisten der rund 120 Interessierten, darunter auch viele Kommunalpolitiker, waren gekommen, um über die Raumfrage zu reden. Im Mittelpunkt standen jedoch mehr gesellschaftliche Entwicklungen und ihr Einfluss auf das Kulturleben und die Freizeit. Oder wie ein Teilnehmer meinte: „Es ging heute nur um sozialpolitische Aspekte.“

Diskussionsformat verfehlte seine Wirkung

Vor allem die gewählte Diskussionsmethode und die Auswahl der Experten verfehlte ihre Wirkung. Der von der Stadt engagierte Kulturplaner Reinhart Richter aus Osnabrück hatte zeitweise einen schweren Stand.

Er hatte die Fishbowl-Methode gewählt, bei der eine kleine Gruppe von Experten im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) verschiedene Themen diskutierte, während die übrigen Teilnehmer in einem Außenkreis die Diskussion beobachten und sich als Gast zu der Runde gesellen können, um ihren Beitrag zu leisten.

Leon Schäfer kritisierte fehlende Information

Als erster brachte es Leon Schäfer (19) Jahre auf den Punkt. „Es fehlt nicht am Interesse, aber an der Information. Mir würde es schon reichen, wenn ich wüsste, was in Ahlen passiert“, sagte der 19-Jährige. Dass in Ahlen die Zukunft geplant werde, hätte er ohne Einladung der Grünen-Fraktionschefin Petra Pähler-Paul nicht erfahren. „In der Regel geht man samstags um 10 Uhr nicht ins Rathaus“, sagte er.

Jugendliche und Migranten wurden nicht eingeladen

Auch eine Gruppe Schüler des Gymnasiums St. Michael fühlte sich nicht genügend eingebunden. Pähler-Paul kritisierte, dass sowohl Jugendliche wie auch Migranten nicht gezielt eingeladen worden seien. „Das ist nicht der Weg, um Freiräume für Menschen mit Migrationshintergrund und Jugendliche zu schaffen“, stellte sie fest.

Schüler vom St. Michael  melden sich  zu Wort

Wie Pähler-Paul dem „AT“ mitteilte, habe sie alle Schulen auf den Bürgerdialog aufmerksam gemacht und um Teilnahme gebeten. Bis auf die Schüler des St.-Michael-Gymnasiums waren andere Schulen jedoch nicht vertreten.

Nach der Pause lichten sich Reihen im Ratssaal

Aber auch die Erwartungen anderer Teilnehmer an das Thema der Veranstaltung wurden anscheinend nicht erfüllt. So dass sich nach einer Pause die Reihen im Ratssaal deutlich lichteten.

Lesen Sie mehr über den Verlauf des Bürgerdialogs in der „AT“-Ausgabe vom 8. April.

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