Vor Pkw-Attacke zwei Suizidversuche
 In dem Prozess gegen eine 50-jährigen Mann aus Hamm wegen versuchten Mordes an einem 37-jährigen Ahlener wurde am Montag ein Polizist als Zeuge gehört, der den Angeklagten wegen einer Anzeige im Vorfeld der Attacke vernommen hatte.

Dies ist am Montag im Prozess gegen den 50-Jährigen zur Sprache gekommen. Auf dem Zeugenstuhl vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Münster saß ein Ahlener Polizist, der den Hammer am 29. Juni 2017 vernommen hatte. Anlass dafür war eine Anzeige der früheren Freundin des Angeklagten. Er hatte sie am 19. Juni auf der Straße in Ahlen auf die gemeinsame Vergangenheit angesprochen und versucht, sie zu küssen. Sie stieß ihn zurück, worauf er ihr eine Ohrfeige gab. Deshalb zeigte sie ihn an.

Zur Polizei begleitete sie ihr neuer Lebensgefährte, der zwei Wochen später Opfer des Horror-Unfalls auf der Kreuzung Kruppstraße/Porschestraße werden sollte. Bei der polizeilichen Vernehmung am 29. Juni gab der Angeklagte den Ausbruch gegen seine Ex-Freundin zu. Allerdings habe sie ihn früher auch geschlagen.

Vor allem berichtete der 50-Jährige dem Beamten aber von zwei Versuchen, sich selbst umzubringen. Er sei nach Cuxhaven gefahren, um sich ins Meer zu stürzen. Da habe ihn aber der Mut verlassen. Am 18. Juni 2017 habe er sich dann an einem Baum im Wald aufhängen wollen, was aber misslungen sei. Tatsächlich sah der Polizist elf Tage nach dem Suizidversuch noch rote Striemen am Hals des Angeklagten. Als Grund für die Verzweiflungstat habe der Angeklagte Eifersuchtsgefühle, vor allem aber seinen Wohnungswechsel genannt. Sein Umzug von Ahlen nach Hamm habe ihn völlig aus der Bahn geworfen.

Bei der Vernehmung, so der Beamte, habe der 50-Jährige allerdings ruhig und gefasst gewirkt. Unter der ruhigen Oberfläche muss es aber weiter gebrodelt haben. Denn nur sechs Tage später schoss er mit einem geliehenen Auto auf den neuen Partner seiner Ex-Freundin zu und rammte ihn vom Fahrrad. Dann raste er davon. Sein Ziel war wieder Cuxhaven. Dort griff die Polizei am nächsten Tag den hilflosen Angeklagten auf und brachte ihn ins Krankenhaus. Das Unfallauto stand in der Nähe. Der Mann hatte Schnapsflaschen, Pfefferspray sowie einen Strick mit Henkersknoten dabei und äußerte Selbstmordabsichten. Als er in der Klinik erfuhr, dass das Unfallopfer überlebt hatte, habe er erleichtert gewirkt, hieß es.

Der Prozess wird am 11. Januar fortgesetzt

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