Vorurteile und Grenzen überwinden
Bildung ohne Grenzen: Die aus Ahlen stammende Aramäerin Julia Hanne (26) hat es geschafft. Die Nachwuchsjournalistin ist inzwischen in New York angekommen und macht zurzeit ein Praktikum bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Mit ihrem in Ahlen gedrehten Dokumentarfilm über ihren beruflichen Werdegang ist sie für den Kausa-Medienpreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nominiert worden. Die Gewinner werden am 1. Dezember in Berlin bekanntgegeben

Den kurzen Dokumentations-Beitrag mit dem Titel „Bildung ohne Grenzen“ hat Julia Hanne mit ihrer Freundin Anne von Petersdorff (Lüdinghausen) in Ahlen gedreht, weil hier ihre Wurzeln sind, obwohl sie inzwischen in der ganzen Welt zu Hause ist.

Ohne Erfahrungen im Bereich Film und Medien sei der Beitrag über ihren Bildungs- und Lebensweg entstanden. „Wir wollten ihn erst gar nicht einreichen“, bezeichnet sich Julia Hanne selbst bescheiden als blutige Anfängerin. „Der Wettbewerb war eine Möglichkeit, einen Anfang zu machen und gleichzeitig auf allgemeine Vorurteile gegenüber Migranten einzugehen“, meint sie.

Nach ihrem Abitur im Jahr 2004 am Städtischen Gymnasium ist die heute 26-Jährige in die große weite Welt aufgebrochen. 2008 machte sie den Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre (Fachbereich Internationales Tourismus Management) in den Niederlanden in Breda. Kürzlich hat sie ihr Master-Studium, unter anderem mit dem Schwerpunkt Internationales Humanitäres Recht, an der schottischen Universität Edinburgh abgeschlossen. Außerdem hat sie einen Abschluss als Master of Arts mit dem Schwerpunkt Internationale Entwicklungshilfe in Oxford gemacht. Hinzu kommen Sprach- und Praktikumsaufenthalte in Madrid (Spanien), Córdoba (Argentinien) und Australien. Julia Hanne spricht mehrere Sprachen.

Im September dieses Jahres hat es Julia Hanne nach New York verschlagen. Sie macht im Big Apple ein Praktikum bei Amnesty International. Ihre Abteilung organisiere die größte jährliche Menschenrechtskonferenz in den USA, Proteste und Aktionen wie für die Abschaffung der Todesstrafe, für die Schließung von Guantanamo, gegen Menschenrechtsverletzungen in Syrien, zum Beispiel am kommenden Mittwoch, 30. November, vor den Vereinten Nationen. I

m Januar 2012 endet das Praktikum in der us-amerikanischen Metropole. Doch am Ende ihrer Träume ist Julia Hanne noch lange nicht angekommen. Die junge ehrgeizige Frau schmiedet längst neue Pläne für die Zeit danach, um ihre Träume weiter zu leben. Aber auch um mit ihrer Geschichte anderen Menschen mit Migrationshintergrund Mut zu machen, dass Bildung ohne Grenzen möglich ist.

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