Währung ist eine Erfolgsgeschichte
Bild: dpa

Auch zehn Jahre nach der Euro-Einführung gilt der Euro bei vielen Bürgern als „Teuro“. Seine Befürworter halten ihn dennoch für eine gute Idee, auch in Ahlen.

Bild: dpa

„Der Euro ist von der Bevölkerung angenommen worden“, sagt Paul-Ludwig Rosche, Vorstandsmitglied der Volksbank Ahlen-Sassenberg-Warendorf. Was er gehofft habe, sei eingetreten: „Europa ist zusammengewachsen, Transferkosten sind entfallen und es hat mehr Transparenz in der Preisgestaltung gegeben“.

Deutschland habe massiv vom Euro profitiert, der als Währung eine Erfolgsgeschichte sei. Weitere Erwartungen wie die Europäisierung von Steuergestaltung und Gesetzeslage seien nicht erfolgt. „Hier hat die Politik in einzelnen Staaten versagt“, urteilt Rosche zurückblickend. Deutschland habe rigide gespart und eisern gearbeitet, andere Länder nicht. Niedrige Zinsen hätten viele Staaten motiviert, hohe Kredite aufzunehmen. Einige davon befänden sich jetzt in einer Überschuldungslage.

„Hier hat die Selbstdisziplin einzelner Staaten und die Überwachungsdisziplin der europäischen Union versagt“, kritisiert Rosche. Der vor kurzem beschlossene automatische Strafzins sei nicht neu. „Er ist nur nicht umgesetzt worden“, erklärt er und bezweifelt, ob der Beschluss jetzt funktionieren werde. „Die Krise ist da, wir werden sie bewältigen“, blickt der Banker vertrauensvoll in die Zukunft. „Es wird auf und ab gehen, und hier und da schon noch weh tun“, sagt er eine schmerzvolle Entwicklung voraus. Als Wunsch zum Zehnjährigen wünscht er den heutigen Regierungen „mehr Disziplin“.

„Das war eine spannende Zeit, die mit viel Hoffnungen verbunden war“, erinnert sich Astrid Eckel. Vor zehn Jahren noch in Münster bei der Sparkasse Münsterland, blickt sie heute als Leiterin der Sparkassen-Hauptstelle an der Moltkestraße auf die Entwicklung des Euro zurück. Es habe viel Beratungsbedarf gegeben. „Und alle waren neugierig auf die Starterkits“, sagt sie. Sie selbst habe auch eins gehabt. „Ich musste es aber ausgeben, als mir Bargeld fehlte“, sagt sie. Hält das aber nicht für einen Verlust: „Die Kits haben keinen Sammlerwert“.

In der Kundenberatung habe sich nichts geändert in den vergangenen Jahren. „Es geht immer darum, möglichst viel aus seinem Geld zu machen und es gibt immer noch klassische und innovative Anlagen“, sagt die Bankerin.

Dem nun zehnjährigen Euro wünscht Astrid Eckel vor allem Stabilität. „Hinter dem Euro steckt Europa“, gibt sie zu bedenken. Zur Krise möchte sie sich nicht äußern. Vieles davon sei Panikmache. Feiern möchte sie das Zehnjährige nicht, rät eher dazu, „den Ball flach zu halten“.

Ausführlicher Bericht in der Ausgabe vom 2. Januar.

SOCIAL BOOKMARKS